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Wemding – Nach langem Parteienstreit hat der Bundestag am 2. Juli 2020 die Grundrente beschlossen. Ab dem 1. Januar 2021 bekommen rund 1,3 Millionen deutsche Rentner einen Zuschlag. Anspruch auf die Grundrente hat, wer wenigstens 33 Jahre gearbeitet und während dieser Zeit verpflichtend Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt hat, Kinder erzogen und Angehörige gepflegt, aber im Durchschnitt wenig verdient hat – über den gesamten Zeitraum höchstens 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes im Jahr. Weil die steuerfinanzierte Grundrente möglichst „zielgenau“ sein soll, wird es eine automatisierte Einkommensprüfung geben. Einkommen wird angerechnet, wenn es den Freibetrag von 1.250 Euro für Alleinlebende und 1.950 Euro für Paare übersteigt. Maßgeblich ist dabei das zu versteuernde Einkommen. Die Grundrente kann monatlich maximal 404,86 Euro betragen. „Wer jahrzehntelang in die Rentenversicherung eingezahlt hat, soll im Alter besser dastehen, denn das ist eine Frage der Gerechtigkeit“, erklärte das Bundesarbeitsministerium. „Mit der Grundrente wird dafür gesorgt, dass die Menschen sich auf dieses Kernversprechen des Sozialstaates verlassen können.“ Genau das wird von den Kritikern der Grundrente bestritten, wie die Redebeiträge der Oppositionsfraktionen in der Bundestagsdebatte deutlich machten. Die gesetzliche Rente ist hierzulande die tragende Säule der Alterssicherung. Trotzdem oder gerade deshalb sorgt sich laut Umfragen jeder Zweite um seine soziale Sicherheit nach dem Renteneintritt. Zusätzliche Absicherung ist unumgänglich, will man nach einem langen Arbeitsleben im Alter seinen gewohnten Lebensstandard halten und nicht in Altersarmut abrutschen.

Wemding – Junge Arbeitnehmer wollen sich mit Fragen der Altersvorsorge oft nicht näher beschäftigen, weil ihnen das alles zu kompliziert und zu weit weg erscheint. Da Altersarmut aber zum Massenphänomen zu werden droht, sind auch die Jüngeren gut beraten, über die Auskömmlichkeit ihrer gesetzlichen Rente und eine mögliche private (Zusatz-)Altersvorsorge nachzudenken. Eine weitere finanzielle Absicherungsmöglichkeit im Alter bietet die betriebliche Altersversorgung (bAV). Im letzten Jahr hat das Risikomanagement- und Beratungsunternehmen Willis Towers Watson seine Studie „Global Benefits Attitudes“ veröffentlicht, bei der es um die Einstellung der Arbeitnehmer zur Altersvorsorge ging. In 22 Ländern wurden insgesamt 31.000 Personen befragt, hierzulande beteiligten sich 2.023 Arbeitnehmer. Für 72 Prozent der Deutschen ist demnach die Alterssicherung wichtiger geworden, was angesichts der Rentendebatte nicht verwundert. 78 Prozent der Befragten verlangen von der bAV Sicherheit im Sinne einer risikofreien Anlage der Sparbeiträge, 69 Prozent fordern bei einem Arbeitgeberwechsel Flexibilität im Umgang mit der bAV, und 68 Prozent wollen beim Renteneintritt frei zwischen einer lebenslangen Rente und einer sofortigen Kapitalauszahlung wählen können. Soweit die Befunde von Willis Towers Watson.

Wemding – Fast 30 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland verlassen sich zur Altersabsicherung auf die gesetzliche Rente, obwohl diese mittelfristig deutlich sinken und große Altersarmut produzieren wird. Das hat nichts mit Panikmache, sondern einfacher Mathematik zu tun: Immer weniger Erwerbstätige müssen in Zukunft immer mehr Rentner finanzieren. Um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu sichern, wird zusätzliche Vorsorge enorm wichtig. Immer mehr Deutsche setzen deswegen auf die betriebliche Altersvorsorge (bAV), um die fast unvermeidlichen Lücken bei der gesetzlichen Rente zu verkleinern. Durch Aktivwerden ihres Arbeitgebers, durch Eigeninitiative oder aufgrund von Tarifverträgen haben mehr als 18 Millionen Beschäftigte Ansprüche auf eine bAV-Rente.