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Viele Unternehmensgründer suchen Finanzierungsalternativen zum Bankkredit

Wie Key-Account-Manager Frank Kahn und die Aras Group DWC LLC europäische Start-ups finanzieren

Mittwoch, 28 August 2019 19:07 geschrieben von 
Wie Key-Account-Manager Frank Kahn und die Aras Group DWC LLC europäische Start-ups finanzieren Quelle: Screenshot vom 11.12.2017 - https://www.aras-group.ae

Dubai – Nun scheint auch die deutsche Bundesregierung erkannt zu haben, dass viele Start-ups unterfinanziert sind und nur mit Schwierigkeiten an das dringend benötigte Investitionskapital kommen. Dabei hat die Politik in Berlin und Brüssel durch massive Regulierungsvorgaben selbst dafür gesorgt, dass Banken immer seltener Darlehen an Unternehmensgründer vergeben. Gerade sie aber brauchen Risikokapital wie die Luft zum Atmen.

Die Bundesregierung will die Kapitalnot von Start-ups in Zukunft etwas lindern. Gegenüber dem „Handelsblatt“ sagteBundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) im Juni dieses Jahres: „Wir erweitern unsere Innovationsförderung und fördern künftig auch nicht-technische Innovationen, wie etwa Lern-Apps oder Fitness-Apps oder neue digitale Geschäftsmodelle.“ Mit einer Summe von 25 Millionen Euro über vier Jahre soll „die Innovationskraft und Kreativität der deutschen Wirtschaft über technische Entwicklungen hinaus gestärkt werden“, heißt es in der entsprechenden Förderrichtlinie, die ab Herbst wirksam wird. „Es gibt viele kluge unternehmerische Ideen, die unsere Wirtschaft voranbringen, sei es in der Kultur- und Kreativwirtschaft, von Freiberuflern oder von kleinen Dienstleistungsunternehmen“, sagte Altmaier. Diese Innovationsideen jenseits des Techniksektors sollten fortan gefördert werden.

Auf die Unterfinanzierung junger Unternehmen hat immer wieder Sonja Jost hingewiesen. Die stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Start-ups sagte: „Finanzierungsbedarf gibt es überall, aber in manchen Bereichen ist es fast unmöglich für Gründer, an Kapital zu kommen, vor allem in einer sehr frühen Phase des Unternehmens.“ Das betreffe vor allem Geschäftsideen im Sozial-, Kreativ- und Gesundheitsbereich, die dringend gefördert werden müssten. „Wichtig wäre, dass die Förderung tatsächlich an Gründer geht, die zwar über ein gutes Geschäftsmodell verfügen, aber keinen Zugang zu Kapital haben, weil das Marktpotenzial nicht unendlich groß ist.“

Realistischerweise wird die zaghafte Förderpolitik der Bundesregierung – wir reden von 25 Millionen Euro für den Zeitraum von vier Jahren – nichts am chronischen Kapitalmangel von Start-ups ändern. Deshalb setzen viele Jungunternehmer auf alternative Finanzierungsquellen und richten den Blick zunehmend auf den Mittleren Osten, wo sich immer mehr Finanzdienstleister auf die Unterstützung europäischer Start-ups spezialisiert haben. Zu diesen Finanzierungsgesellschaften gehört die in Dubai ansässige Aras Group DWC LLC.

Aras-Ansprechpartner für deutsche Unternehmen ist Frank Kahn. Der Key-Account-Manager gilt als bestens vernetzt mit internationalen Geldgebern und soll nach Medienberichten einen sehr guten Draht zu reichen Familien aus den Golfstaaten haben. Dank dieser Kontakte kann er offenbar problemlos Risikokapital aus dem arabischen Raum beschaffen und der europäischen Start-up-Szene zur Verfügung stellen. Schon mehrfach soll er sehr unkonventionelle, aber erfolgreiche Finanzierungslösungen ins Spiel gebracht haben. Wohl deshalb hat er sich den halb ehrfürchtigen, halb verächtlichen Namen „Hexer von Dubai“ eingehandelt.

Die Aras Group DWC LLC ist in den Sparten Investment, Beteiligungen, Unternehmensberatung, Immobilienfinanzierung, Warenhandel und Logistik tätig. Dieses große Geschäftsfeld deckt die Unternehmensgruppe mit ihren Tochtergesellschaften Aras Investment and Participation Ltd., Aras Logistic and Distribution Ltd., Aras Trading and Services Ltd., Aras Consulting and Advisory Ltd. und Aras Properties Ltd. ab.

In jüngster Zeit konzentrierte man sich immer mehr auf Investments und gewerbliche Finanzierungen. Dazu heißt es aus der Dubaier Konzernzentrale: „Wir haben Zugang zu verschiedenen Kreditgebern in verschiedenen Kreditmärkten, sodass wir die wettbewerbsfähigsten Lösungen für jedes Geschäft finden können. Unser Netzwerk von Finanzierern umfasst Banken, Investmentfonds, Partner und mehrere Regierungsstellen. Wir haben Subventionen erhalten, um unterschiedliche Projekte zu finanzieren und Start-ups zu fördern. Im Laufe der Zeit haben wir in viele internationale Projekte investiert, die heute Erfolgsgeschichten sind.“ Mit Blick auf die Start-up-Finanzierung konkretisierte Unternehmenssprecher Hassan Najjar: „Grundsätzlich möchte die Aras Group mit der Finanzierung durch Investoren erreichen, dass eine Finanzierungsalternative zum klassischen Bankkredit genutzt werden kann.“ Überdies verfolge man das Ziel, „eine Verbindung zwischen Arabien und Europa zu schaffen, sodass auch immer mehr europäische Unternehmen die Finanzierungsmöglichkeiten nutzen können“.

Aras-Finanzexperte Ibrahim Saadi weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Kapitalnehmer die Finanzierungsverträge nicht mit den jeweils aktiven Refinanzierern, sondern mit den Verantwortlichen der Aras Group abschließen. Durch ein Netzwerk internationaler Partner könne man den Kunden attraktive Rahmenbedingungen und Konditionen bieten. Wenn Saadi in wenigen Worten Umfang und Art der Risikokapital-Bereitstellung beschreiben soll, klingt das so: „Der Wert der Risikodarlehen der Aras Group liegt in den meisten Fällen im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich, auch wenn es sich bei Aras nicht um eine Bank, sondern um einen Investor handelt. Über einen Nachrangdarlehensvertrag, der inzwischen auch die Anforderungen seitens der deutschen BaFin erfüllt, wird die Aras Group durch die Investitionen zu einem stillen Beteiligten an dem jeweiligen Unternehmen. Auf diese Weise lassen sich transparent und kostengünstig Großprojekte finanzieren, wobei es keine Einschränkungen bezüglich Standort und Branche des kreditsuchenden Unternehmens gibt.“

Wenn die Aras Group Risikodarlehen an Start-ups in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe vergibt, wird einerseits klar, dass die neuen Fördermittel der Bundesregierung nichts als „Peanuts“ sind, auf die sich kaum ein Unternehmensgründer verlassen wird. Andererseits zeigt es die finanzielle Potenz des arabischen Unternehmensverbundes, der in diesem Jahr allein in den Immobiliensektor eine hohe dreistellige Millionensumme investieren will.

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