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Flugzeugkonstrukteur will mittels ICO Anschubfinanzierung für Flugzeugentwicklung sicherstellen

Michael Thomale (Nexus Global) stemmt Initial Coin Offering (ICO) für RS. Red Eagle AG und Dr. Reiner Stemme

Samstag, 22 Februar 2020 09:33 geschrieben von 

Salzburg – Wohl nirgendwo sonst können Innovationsträger unternehmerisch so leicht durchstarten wie in der FinTech-Branche. FinTech steht für den Sammelbegriff „Finanztechnologie“ und die von ihr weiterentwickelten Finanzinstrumente. Im engeren Sinne werden darunter Firmen verstanden, die digitale Finanzdienstleistungen entwickeln und anbieten. In diesem spannenden Markt hat sich Michael Thomale einen Namen gemacht. Der Sachse war über 25 Jahre in der Finanz- und Versicherungswirtschaft tätig, bevor er sich eingehend mit Fragen der digitalen Geldschöpfung auf Basis der Blockchain-Technologie zu beschäftigen begann. Heute berät er Unternehmen, Investoren und Regierungen bei unkonventionellen Projektfinanzierungen. Geschäftlich auf mehreren Kontinenten aktiv, hat er privat inzwischen im schönen Salzburg Wurzeln geschlagen. Sein Motto lautet: „Was man gelernt hat, macht man mit Professionalität. Was man erfunden hat, mit Leidenschaft.“

Frühzeitig hat der Tausendsassa die Veränderungsmacht der Blockchain-Technologie für die Wirtschaftswelt erkannt und daraus ein Geschäftsmodell gemacht. Bei Blockchains (deutsch: „Blockketten“) handelt es sich um fälschungssichere Datenstrukturen, mit denen Transaktionen in einem Protokollregister in ihrer genauen Zeitfolge völlig manipulationsfrei dokumentiert werden. Thomale beschreibt das auf seiner privaten Facebook-Seite so: „Die Blockchain ist eine verteilte Datenbank mit dezentralem Konsens, in der beispielsweise Geldtransaktionen, Finanzanlagen (Aktien, Bonds, Derivate, Beteiligungen), Börsengänge (STO, ICO), Besitzrechte (Autoregister, Grundbucheinträge) oder Grundrechte (Immobilien) unveränderbar und effizient abgelegt werden.“ Auf Cryptofinance basierende Transaktionen werden somit direkt zwischen den Zahlenden und den Empfängern ohne lästige Zwischeninstanzen abgewickelt. Durch Blockchain-Nutzung sinken außerdem die Kosten und durchschnittlichen Bearbeitungszeiten von Transaktionen. Schätzungen zufolge könnten auf diese Weise bis zum Jahr 2022 jährlich zwischen 13 und 18 Milliarden Euro in der Bankeninfrastruktur eingespart werden. Thomale schlägt bei Facebook auch einen Bogen in eigener Sache: „Als Mittler zwischen Technologie-Anbietern und Anwendern sowie der Old Economy kann die Nexus Group unterschiedliche Akteure beraten und unterstützen. Unser Angebot beinhaltet Komplettlösungen zu Blockchain, von der Geschäftsstrategie über die Prozessintegration bis hin zur Implementierung von Technologie.“

Christian Michel Scheibener ist CEO der in London ansässigen Nexus Global Factoring Ltd., und Michael Thomale zieht als CMO alle Marketing- und Vertriebsfäden. Die beiden Krypto-Enthusiasten setzen voller Überzeugung auf eine Blockchain-basierte Form der Projekt- und Unternehmensfinanzierung: das Initial Coin Offering (ICO). Diese innovative Finanzierungsmethode nutzen hierzulande immer mehr Start-ups, um unabhängig von klassischen Kapitalgebern schnell eine große Investorenreichweite zu erzielen. Die Kapitalbeschaffung erfolgt dabei ausschließlich digital auf Basis der Blockchain-Technologie, die viele Prozesse zu vereinfachen und Strukturen zu verschlanken hilft.

Im Rahmen des ICO oder auch Token Sale erwerben Investoren über eine Online-Plattform die vom Unternehmen emittierten Tokens im Austausch gegen Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether oder konventionelle Währungen wie den Euro. Technisch gesehen wird das Kryptogeld aus der eigenen Wallet, einer Art digitalen Geldbörse, auf einen Smart Contract übertragen, der von dem emittierenden Unternehmen erstellt wurde. Diese „klugen Verträge“ sind Computerprotokolle, die Verträge digital abbilden und keiner menschlichen Kontrolle mehr bedürfen. Dadurch sinken die Transaktionskosten bei gleichzeitiger Erhöhung der Vertragssicherheit.

Beim Initial Coin Offering (ICO) werden zunächst einmal digitale Tokens erworben. Das ähnelt dem Aktienerwerb bei einem Börsengang – daher auch die begriffliche Anlehnung an das Initial Public Offering (IPO) –, geht aber über den Erwerb von Unternehmensanteilen hinaus. Die Tokens haben eine andere Struktur und Funktion als herkömmliche Aktien: sie sind eher ein digitaler Anteil an einem Projekt und müssen erworben werden, um später die Funktionen der Blockchain-Plattform nutzen zu können. Initial Coin Offerings sind zu einer beliebten Finanzierungsform für immer mehr Projekte geworden. Schon 2017 wurden auf diese Weise Investments in Höhe von 4,6 Milliarden US-Dollar eingeworben, wie die Fachbuchautoren Christopher Hahn und Adrian Wons feststellen. Durch die digitale Veräußerung von Tokens können Investoren frühzeitig an einem konkreten Projekt und dessen zukünftigen Produkten teilhaben, ohne eine direkte rechtliche Beziehung zu dem Unternehmen einzugehen. Neben der Beteiligung an den Produkten haben die Token-Käufer Zugang zu einer zumindest theoretisch liquiden Anlage. Das hängt damit zusammen, dass die Tokens auf speziellen Handelsplattformen gegen andere Digitalwährungen getauscht werden und das Unternehmen über die Liquidität der einbehaltenen Tokens hinaus über die aus dem Token Sale erwirtschafteten Mittel verfügen kann.

Auf diese ultramoderne Form der Kapitalbeschaffung setzt auch die RS. Red Eagle AG von Dr. Reiner Stemme. Mithilfe von Nexus Global will der Flugzeugkonstrukteur die Anschubfinanzierung für die Produktion neuartiger Flugzeugtypen absichern. Dem Vernehmen nach hat der Blockchain-Experte Michael Thomale die Planung und Durchführung des ICOs übernommen. Die RS. Red Eagle AG entwickelt Luftüberwachungssysteme für die innere und äußere Sicherheit, die gewerbliche Nutzung sowie Umwelt- und Forschungsaufgaben. Stemme will unter dem Projektnamen „Red Eagle“ ein reichweitenstarkes, geräuscharmes und kraftstoffsparendes Flugzeug auf den Markt bringen, das vor allem für Patrouillenflüge geeignet ist. Den Flugzeugtyp RS 120 Guard mit der Red-Eagle-Synthese von bemannten und unbemannten Flugmerkmalen plant er für ein oder zwei Besatzungsmitglieder. Laut dem Unternehmen aus dem brandenburgischen Trebbin zielt das Flugzeugmuster RS 120 „auf polizeiliche Aufgaben, Grenzüberwachung mit niedriger bis mittlerer Reichweite und eine Vielzahl von ähnlichen Aufgaben“.

Um sich von den Erfolgschancen des Flugzeugprojektes persönlich zu überzeugen, hat Thomale schon mehrere Male die Firmenzentrale und das Produktionswerk besucht. Der ICO-Profi soll auch noch die in Salzburg ansässige Austro Nexus Holding, die auf Industriebeteiligungen spezialisiert ist, mit ins Boot geholt haben. Er selbst ist einer der Gesellschafter von Austro Nexus.

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