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Forderung der gesetzlichen Krankenkassen

Kassenzulassung für Ärzte soll nur noch befristet vergeben werden

Freitag, 02 Januar 2015 20:05 geschrieben von 

Berlin - Der Ärztemangel in vielen Regionen Deutschlands nimmt immer dramatischere Ausmaße an. Vor allem im ländlichen und dünn besiedelten Raum ist die medizinische Versorgung immer weniger gewährleistet. Während die Politik schon über besonders skurrile Pläne wie Ferndiagnosen via Internet und mobile Arztpraxen nachdenkt, machten die gesetzlichen Krankenkassen nun einen ebenso folgenreichen Vorschlag.

Die Vorstandschefin des Spitzenverbands der Krankenkassen, Doris Pfeiffer schlug vor, die Kassenzulassung für Ärzte nur noch befristet zu vergeben. Es sei aus ihrer Sicht nicht begründbar, dass Ärzte ihre Zulassung lebenslang bekommen. Pfeiffer zu ihrem Vorschlag wörtlich: „Künftig sollte das Recht, mit einer gesetzlichen Krankenkasse abrechnen zu können, nur noch auf Zeit vergeben werden.“ Dadurch könne man aus ihrer Sicht die Verteilung der Ärzte richtig steuern. Pfeiffer dazu ergänzend: „Wir werden den Ärztemangel auf dem Land nur in den Griff bekommen, wenn wir die Überversorgung in den Städten abbauen.“

Die Bundesregierung hatte erst kürzlich ein Gesetz auf den Weg gebracht, mit dem es gelingen soll, ausreichend Ärzte im ländlichen Raum anzusiedeln. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) setzte jüngst das sogenannte GKV-Versorgungsverstärkungsgesetz um, mit dem finanzielle Anreize unter anderem bei den Zulassungskosten oder bei der Vergütung vorgesehen sind. Auch soll in einem überversorgten Gebiet eine Praxis nur dann besetzt werden, wenn dies für die Versorgung der Patienten sinnvoll erscheint.

Darüber hinaus sollen die Arbeitsbedingungen in medizinischen Versorgungszentren verbessert werden, wodurch mehr Landärzte gewonnen werden sollen. Ein eigens eingerichteter Innovationsfonds soll mit 300 Millionen Euro neue Wege in der Versorgung fördern. Welche Projekte konkret gefördert werden sollen, ist bisher offen.

Einen interessanten und vielleicht auch zukunftsträchtigen Weg geht man derweil im Norden Deutschlands. In Ostfriesland werden Stipendien vergeben, um medizinischen Nachwuchs in die Region zu holen. Damit soll dem noch nicht so problematischen Ärztemangel frühzeitig vorgebeugt werden. Potentielle Landärzte, die sich zu einem mindestens dreijährigen Dienst in Ostfriesland verpflichten, können sich ein Stipendium für ein Medizinstudium sichern.

Solche Wege wie ist Ostfriesland sollten auch andere Regionen Deutschlands gehen. Es bringt nichts, die Attraktivität des Arztberufs weiter zu schmälern. Stattdessen sollten Anreize gesetzt werden, sich in ländlichen Regionen anzusiedeln.

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