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Kritik an Ursula von der Leyen

Heckler & Koch kritisiert G36-Untersuchungen

Dienstag, 21 April 2015 20:50 geschrieben von 
Logo von Heckler & Koch Logo von Heckler & Koch Quelle: Heckler & Koch

Berlin - Die zahlreichen Hinweise auf Präzisionsmängel des Standardgewehrs der Bundeswehr, des G36, sowie neuerliche Untersuchungen, die massive Defizite des Gewehrs aufzeigten, sind nun auf Widerstand des Gewehrherstellers Heckler & Koch gestoßen. Die Untersuchungen haben zutage gefördert, dass die Erwärmung des Gewehrs durch intensive Benutzung oder durch starke Erhitzung zu Präzisionsmängeln von bis zu 50 Zentimetern führt. Die Mitarbeiter der „Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition 91“ und die Mitarbeiter des Wehrwissenschaftlichen Instituts für Werk- und Betriebsstoffe sahen die Ursache für ungenügende Treffsicherheit im mangelhaften Kunststoffgehäse der Waffe. Dies führe bei Erhitzung zur Aufweichung und Instabilität.

Heckler & Koch hat nun angemerkt, dass nicht das Gewehr selbst für die Präzisionsmängel verantwortlich sei, sondern die dafür genutzte Munition. So liege die Ursache für die massive Streuung der Schüsse in der „mangelhaften Zinnbeschichtung der Geschosse“. Dem Unternehmen sei kein einziger Waffenexperte bekannt, der die Theorie der Institute bestätigen würde, dass das Kunststoffgehäuse die Ursache für die Treffsicherheitsmängel darstelle.

Laut Heckler & Koch habe sowohl das Bundeskriminalamt (BKA) als auch die Fraunhofer-Gesellschaft bestätigt, „dass die alleinige Ursache für die festgestellten massiven Streukreisvergrößerungen nicht der Gehäusewerkstoff des G36, sondern die mangelhafte Zinnbeschichtung der Geschosse einiger Bundeswehr-Munitionslose eines Herstellers ist“. Das Unternehmen übte auch am Bundesrechnungshof Kritik: „Er ermittelt seit Jahren ebenso einseitig wie voreingenommen und ohne Fachabteilung auf Basis der zweifelhaften 'Fachexpertisen'.“

Die Bundeswehr geht mittlerweile davon aus, dass die Mängel des Gewehrs größer als erwartet sind. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Gewehre in Gänze ausgemustert werden müssen. Im Bundestag werden die Forderungen nach Einführung eines neuen Gewehrs immer lauter. So sagte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Hans-Peter Bartels (SPD): „Die Bundeswehr muss für das G36 ein neues Gewehr anschaffen“, da es „offenbar nur begrenzt einsatzfähig“ sei. Der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen, Tobias Lindner fügte hinzu: „Das Ministerium muss das G36 entweder zügig nachbessern oder als Ersatz ein neues Gewehr beschaffen.“

Im gleichen Atemzug wird auch Kritik an Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geäußert. Es wird ihr immer weniger zugetraut, die Rüstungsmängel in der Bundeswehr zu beheben. Nach defekten Hubschraubern und Transportfliegern und zu spät gelieferten und überteuerten militärischen Gerätschaften muss sich von der Leyen nun auch Gedanken machen, wie sie ihren Kopf aus der Schlinge zieht, die die Affäre um das G36-Gewehr mit sich gebracht hat.

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