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Ziel ist die Stärkung der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen

Hansjörg Müller und Jörg Löser üben den Schulterschluss in der Deutsch-Russischen Wirtschaftsallianz

Dienstag, 19 Februar 2019 02:16 geschrieben von 

Berlin – „Die Deutsch-Russische Wirtschaftsallianz bringt auch Ihr Unternehmen mit den richtigen russischen Partnern in Kontakt.“ Damit ist das Hauptanliegen und die Kernkompetenz der in Berlin ansässigen Deutsch-Russischen Wirtschaftsallianz beschrieben. Die DRWA ist ein eingetragener Verein deutschen Rechts, der russische und deutsche Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen zusammenbringen will, um die wirtschaftliche Kooperation und den geistigen Austausch zu fördern.

Dass man die Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union gegen Russland ablehnt, versteht sich von selbst. Auch russlandkritische Medien räumen längst ein, dass die unter dem Vorwand der Krim- und Ukraine-Krise verhängten Handelsbeschränkungen zu Milliardenverlusten bei Unternehmen geführt haben. So stellte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ fest: „Experten gehen nach Angaben von Diplomaten davon aus, dass die Sanktionen gegen Russland schon einen dreistelligen Milliardenbetrag gekostet haben. Doch auch die europäische Konjunktur wird in Mitleidenschaft gezogen, da die Strafmaßnahmen den Handel vieler EU-Unternehmen mit Russland erschweren und Moskau im Gegenzug Einfuhrverbote für westliche Agrarprodukte wie Obst und Fleisch verhängt hat.“ Im Herbst vergangenen Jahres wies auch Eric Schweitzer, seines Zeichens Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), darauf hin, dass die antirussischen Wirtschaftssanktionen eine schwere Belastung für deutsche Unternehmen seien, die sich in vielen Jahren mühevoll ihr Russland-Geschäft aufgebaut hätten. „Ihre Umsätze sind zum Teil dramatisch eingebrochen und Arbeitsplätze sind verloren gegangen“, beklagte Schweitzer.

Hier will die gemeinnützige Wirtschaftsallianz, die am 20. Januar 2003 gegründet und am 25. Februar 2003 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg eingetragen wurde, neue Brücken bauen. „Profitieren Sie von unserer Erfahrung und unserem Netzwerk für Ihre Expansion in Russland. Wir helfen Ihnen, Fallstricke und Roadblocks zu vermeiden, um so auch Ihren wirtschaftlichen Erfolg in Russland zu unterstützen“, verkündet die DRWA auf ihrer optisch runderneuerten Internetseite.

Die eigenen Tätigkeitsfelder sieht man vor allem im Bereich der Hochtechnologie, etwa auf dem Gebiet der Luftfahrt, aber auch in der Stärkung der Zusammenarbeit mittelständischer Unternehmen. Das DRWA-Kontaktbüro in der Berliner Mauerstraße 22 ist Anlaufpunkt von Wirtschaftsexperten, Juristen und Publizisten, die die russisch-deutsche Wirtschaftspartnerschaft trotz politischen Gegenwinds retten wollen. Mit einigem Stolz verweist man auf zahlreiche bekannte und wirtschaftlich erfolgreiche Mitglieder. Dazu gehören etwa der Flughafen Leipzig/Halle, die Mannesmann Plastics Machinery GmbH, die KraussMaffei Technologies GmbH, die Demag Ergotech GmbH, die Luratec AG, die Turbomeca Germany GmbH, die Technounion GmbH, die Techtrans Handelskontor GmbH, die Fluggesellschaft Volga-Dnepr und die TRIES-Holding AG. Des Weiteren sind das Zentrale Aerohydrodynamische Institut (ZAGI) als wichtigstes russisches Luftfahrtforschungsinstitut, das Zentralinstitut für Luftfahrtantriebe (CIAM), das Staatliche Forschungsinstitut für Luftfahrtsysteme (GosNIIAS) und die Guideh Insurance Company der Deutsch-Russischen Wirtschaftsallianz verbunden.

Dass es auch noch Bundestagsabgeordnete gibt, denen die Kontaktpflege nach Russland wichtig ist, zeigt der AfD-Parlamentarier Hansjörg Müller. Der 50-Jährige, der einer der Parlamentarischen Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion ist, ließ sich mit Wirkung zum 15. Januar 2019 in den Beirat der DRWA berufen. In deren Umfeld scheint sich auch der Linken-Bundestagsabgeordnete Alexander Neu zu bewegen, der als ausgewiesener Experte für die deutsch-russischen Beziehungen gilt. „Alexander Neu (Jahrgang 1969) hat sich vor allem mit seinem Kenntnisreichtum zur südslawischen Politik auf dem Balkan und durch ein herrlich unverkrampftes Verhältnis Deutschlands zur Russischen Föderation einen Namen gemacht“, schreibt die DRWA. Auch das neue Beiratsmitglied Hansjörg Müller lobt trotz aller politischen Gegensätze das Detailwissen des Abgeordneten Alexander Neu, in dem er „einen Kollegen auf Augenhöhe“ sieht. Neu ist Obmann der Linksfraktion im Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages und stellvertretendes Mitglied im Auswärtigen Ausschuss.

Dem Beirat der DRWA gehören neben dem Diplom-Volkswirt Hansjörg Müller noch Vladimir Kovalev als Vorstandsvorsitzender des Deutsch-Russischen Interregionalen Konsortiums (DRIK e.V.), Ildar Iliyasov als Geschäftsführer der Volga-Dnepr-Technics GmbH, der Wirtschaftspublizist Alexander Sosnowski, Christoph Schilling als Verkehrsleiter des Flughafens Leipzig/Halle sowie Georg Breydy an. Auch der Vorstand der deutsch-russischen Brückenbauer besteht aus einem illustren Kreis mit besten Kontakten zu Wirtschaft, Politik und Medien. Neben dem Ehrenvorsitzenden Dr. Vitaly M. Shmelkov ist Dmitry Trischin als Erster Vorsitzender der starke Mann im Vorstand. Als Zweiter Vorsitzender fungiert Rechtsanwalt Lutz Beyer. Die Geschäftsführung verantwortet Oleg Kislow und die Schatzmeisterei Jörg Löser. Weitere Vorstandsmitglieder sind Julia Bondarenko und Michail Prokudin.

Das schillerndste und vermutlich bestvernetzte Vorstandsmitglied ist Schatzmeister Jörg Löser. Der 1965 Geborene studierte an der Humboldt-Universität in Ost-Berlin Philosophie und wurde später Berufssoldat in der Nationalen Volksarmee (NVA). Dort brachte er es zum Oberleutnant. Nach der Wende wechselte er in die Unternehmensberatung und das Finanzmanagement und konnte von seinen Russland-Kontakten aus DDR-Zeiten zehren. Der mitunter als „Russen-Löser“ bezeichnete Geschäftsmann gilt als begabter Geldbeschaffer und Kreditvermittler. Nicht zufällig hat er seinen privaten Lebensmittelpunkt in die Schweiz verlagert.

Am 7. März wird Löser aber bei der Jahresversammlung 2019 der DRWA in den Räumlichkeiten der russischen Botschaft in Berlin anzutreffen sein. Neben dem Rechenschaftsbericht des scheidenden Vorstandes und der Neuwahl des Führungsgremiums soll es eine Strategiedebatte über die Vereinstätigkeit geben. Ein Vertreter des Handels- und Wirtschaftsbüros der Botschaft (HWB) ist mit einem Impulsreferat zum Stand der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen angekündigt, dessen Ausführungen vom stellvertretenden Direktor des Moskauer Europa-Instituts ergänzt werden sollen.

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