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Hamburger Online-Immobilienfinanzierer bündeln ihre Kompetenzen

Exporo und Zinsland fusionieren: Dr. Björn Maronde und Fritz von Stechow sehen enormes Wachstumspotenzial

Dienstag, 28 Januar 2020 16:21 geschrieben von 
Fritz von Stechow (links) und Dr. Björn Maronde (Zweiter von rechts) diskutieren mit Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Manfred Haimbuchner Fritz von Stechow (links) und Dr. Björn Maronde (Zweiter von rechts) diskutieren mit Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Manfred Haimbuchner Quelle: CRYPTOGRID

Hamburg – Am 2. Oktober 2019 ließ der Crowdinvesting-Anbieter Zinsland auf seiner Facebook-Seite die „Bombe“ platzen: „Es ist offiziell: In Zukunft werden wir mit einer gemeinsamen Vision, gebündelten Kräften und wertvoller Expertise zusammen mit Exporo den Markt für digitale Immobilieninvestments revolutionieren! Wir schließen uns zusammen und werden mit vereinter Finanz- und Immobilienkompetenz und einem Team von rund 190 klugen Köpfen daran arbeiten, Immobilien digital jedem zugänglich zu machen.“Am gleichen Tag suchte auch die Exporo AG die Öffentlichkeit und gab den Abschluss des Mergers bekannt. Dass sich der deutsche Branchenführer für digitale Immobilienfinanzierung und die Nummer zwei im Markt zusammentun, um den Zugang zum professionellen Immobilienmarkt für noch mehr Anleger zu öffnen und damit zu demokratisieren, kann als Zäsur gewertet werden. Zusammen verfügen die beiden Plattformen schließlich über einen Marktanteil von fast 85 Prozent im Immobilien-Crowdinvesting.

Simon Brunke, Mitgründer und CEO von Exporo, zeigte sich hocherfreut über den Deal der beiden FinTechs: „Mit dem Team von Zinsland gewinnen wir starken Zuwachs mit wertvoller Immobilien- und Finanzierungs-Expertise. Zudem ist die B2B-Erweiterung Caladio die perfekte Ergänzung zu unserem digitalen Angebot.“ Die von Zinsland gemeinsam mit der Taunus-Sparkasse entwickelte Plattform Caladio decke mit ihrem ganzheitlichen Anspruch sowohl die Finanzierungsstrukturierung als auch das laufende Reporting für Projektentwickler und Banken ab, so Brunke. Das Portal ermöglicht es mittelständischen Immobilienunternehmern, ihre Finanzierungsanfragen zeitsparend einzureichen und diese sofort strukturiert und bewertet zu bekommen. Die Kapitalbeschaffung zur Projektrealisierung kann so ohne lästige Hindernisse beantragt, realisiert und dokumentiert werden. Diese B2B-Funktion bringt in neuartiger Weise Projektentwickler und Immobilienbestandshalter mit Banken und anderen gewerblichen Immobilienfinanzierern zusammen. „Mit Caladio schaffen wir erstmals eine umfassende Lösung, mit der wir die gewerbliche Immobilienfinanzierung vollständig abbilden können. Als erster Anbieter überhaupt bieten wir der Immobilienwirtschaft so einen kompletten digitalen Service zur Finanzierung ihrer Projekte. Von Kreditantrag bis Kredit-Reporting für alle Stakeholder“, sagte Zinsland-Gründer Fritz von Stechow selbstbewusst. Der Zusammenschluss sei für die beiden Unternehmen, die fast zeitgleich in Hamburger Nachbarschaft mit derselben Geschäftsidee gestartet seien, von fast zwingender Logik.

Von Stechow erinnert sich noch an das Jahr 2014, als er sich gefragt habe: „Hat das Internet das Potenzial, Investitionen in renditestarke Immobilienprojekte auch Kleinanlegern zu ermöglichen?“ Die Idee von Zinsland war jedenfalls geboren. Bis dahin blieben Immobilien als Geldanlage weitgehend vermögenden Privatpersonen und institutionellen Anlegern vorbehalten. Nun sollten auch Kleinanleger schon mit Beträgen ab 500 Euro in diese lukrative Assetklasse einsteigen können. Seit dem 1. Juni 2018 verstärkt Henning Frank das Zinsland-Team und kümmert sich insbesondere um die Bereiche strategische Unternehmensentwicklung, Sales & Marketing, IT und Personal. Carl von Stechow kündigte damals an, das „Angebot noch mehr an den Bedürfnissen der Immobilienunternehmen“ auszurichten. Letztlich wolle man die gewerbliche Immobilienfinanzierung vollständig digitalisieren. Dieses Ziel wurde bis zur Fusion mit Exporo erreicht.

Zinsland-Anleger, die nach der Fusionsnachricht unsicher waren, wie es mit ihren Investments weitergeht, beruhigte Henning Frank umgehend mit der Zusicherung, dass alle Projekte auch weiterhin kompetent und zuverlässig über die bekannte Plattform der Civum GmbH betreut würden. Auf Nachfrage betonte man, dass Projekt-Reporting, Anleger-Support und Zahlungsprozesse wie bisher über Zinsland laufen. Bestehende Darlehensverträge sind von der Entwicklung nicht betroffen, und Partner der Verträge bleiben die jeweiligen Emittenten. Auch die Rückzahlungen der laufenden Darlehen werden nach erfolgreichem Projektabschluss wie gewohnt über die Plattform abgewickelt. Die Login-Daten für die Anlegerkonten bleiben gültig, und sämtliche Investment-Informationen einschließlich der Steuerdokumente sind auch weiterhin auf Zinsland.de hinterlegt. Die Anlegerdaten bleiben bei der Civum GmbH gespeichert. Trotz des Firmenzusammenschlusses soll es keine automatische Daten-Weitergabe an die Exporo AG geben. Neue Projekte werden fortan aber ausschließlich auf deren Online-Marktplatz präsentiert. Zinsland-Investoren wird deshalb empfohlen, sich einen Account beim Fusionspartner zuzulegen, um auch in Zukunft über attraktive Investitionsmöglichkeiten informiert zu werden.

Im Jahr 2014 gründeten die internetaffinen Immobilien-Profis Simon Brunke, Björn Maronde, Julian Oertzen und Tim Bütecke die Exporo AG, die über ihre gleichnamige Plattform Projektentwickler und Anleger zusammenführt. Die einen suchen nach Finanzierungsalternativen zum Bankkredit und die anderen nach Anlagealternativen zum nullverzinsten Sparbuch. Crowdinvesting-Plattformen führen somit Geldgeber und Geldnehmer zum beiderseitigen Vorteil zusammen. Bauherren können durch das von der Crowd bereitgestellte Mezzanine-Kapital ihre Projekte teilfinanzieren. Durch das eigenkapitalähnliche Mezzanine-Kapital sind Projektgesellschaften in der Lage, Teile ihres klassischen Eigenkapitals aus der Bankenfinanzierung herauszulösen und das freigewordene Kapital ganz flexibel für Immobilienvorhaben einzusetzen. Diese Flexibilität ist den Unternehmen derart wichtig, dass sie den Anlegern und Investoren attraktive Verzinsungen von fünf bis sieben Prozent bieten.

Exporo ist die mit Abstand erfolgreichste deutsche Plattform für digitale Immobilieninvestments. Bislang konnten so 219 Immobilienprojekte mitfinanziert und dafür knapp 574 Millionen Euro vermittelt werden. Fast 210 Millionen Euro sind nach Unternehmensangaben schon an die Crowdanleger zurückgezahlt worden. Simon Brunke wittert durch die Kompetenzbündelung seiner Exporo AG mit Zinsland enorme Chancen: „Gemeinsam kommen wir unserer Vision von einer Million europäischer, digitaler Immobilieninvestoren einen Schritt näher und werden nun zusammen daran arbeiten, Immobilien einfach, transparent und digital jedem zugänglich zu machen.“Auch Dr. Björn Maronde, seines Zeichens Exporo-Marketingvorstand, sieht großes Wachstumspotenzial durch den Merger und hält außerdem die strukturellen Vorteile des Immobilien-Crowdinvesting für einen dauerhaften Erfolgsgaranten. So müssten sich Crowd-Investoren nicht selbst um die Verringerung von Leerständen, die Bonität von Mietern oder Hausreparaturen kümmern: „Sie können sich online über das Portal von Exporo an attraktiven Immobilienprojekten beteiligen, die Handhabung ist denkbar einfach, das Investieren verläuft transparent. Und sie erhalten im Vergleich zu herkömmlichen Immobilienanlagen eine höhere Rendite.“ Durch kleine Anlagebeträge sei jedermann in der Lage, sein Immobilieninvestment breit über viele Projekte zu streuen. „Jeder Anleger entscheidet selbst, für welche Immobilien er Geld bereitstellt. Privatanleger wissen so genau, welches Projekt sie finanzieren“, so der studierte Jurist mit einem zusätzlichen MBA.

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Sandra Weiss

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