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Industrie warnt:

Energiewende wird teurer als geplant

Dienstag, 25 August 2015 17:37 geschrieben von 
Windkrafträder Windkrafträder

Regensburg - Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft warnt davor, dass die Energiewende teurer wird als ursprünglich veranschlagt. So zeigten neue Prognosen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), dass sich die jährlichen Kosten für den Stromkunden auf 28 Milliarden Euro erhöhen.

Somit zahle ein Haushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden 270 Euro jährlich, damit die Energiewende umgesetzt werden kann. In die Berechnungen des IW flossen demnach neben den Ausgaben zur Förderung der erneuerbaren Energien auch die Kosten, die der Netzausbau verursacht, die zusätzliche Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und die Kosten des Aufbaus einer Kapazitätsreserve mit ein.

„Die Energiewende ist mit der Annahme gestartet, dass die Energiekosten hierzulande beherrschbar bleiben und international in vergleichbarem Maße ansteigen. Beides hat sich nicht bewahrheitet“, kritisiert die Geschäftsführerin des Verbands der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), Barbara Minderjahn.„Die Berechnungen machen klar, mit welchen Kosten die Energiewende wirklich verbunden ist“, erklärt Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbandes der Industrie (BDI). „Unternehmen fürchten, dass sie sogar noch weiter steigen.“ Carsten Linnemann, der Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union, fordert die Politik zum Handeln auf: „Insgesamt muss die Große Koalition noch mal nacharbeiten. Die Folgen der Energiewende entwickeln sich zu einem bedrohlichen Standortnachteil, der Investoren abschreckt und Arbeitsplätze kostet.“

„Bundeswirtschaftsminister Gabriel ist mit dem Versprechen angetreten, die Kosten der so genannten Energiewende für die Stromkunden wirksam zu begrenzen. Bereits ein Jahr nach der letzten EEG-Reform laufen die Kosten erneut aus dem Ruder. Die Kostenbremse zeigt keine Wirkung“, kritisiert Dirk E. O. Westerheide, der Präsident des Gesamtverbands Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV). Auch Westerheide fürchtet Standortnachteile im Vergleich zu anderen Ländern. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) müsse deshalb dringend reformiert werden. „Der GKV hat bereits im vergangenen Jahr darauf hingewiesen, dass die vorgenommene Korrektur beim EEG keinesfalls ausreicht. Der Ausbau der erneuerbaren Energien darf künftig ausschließlich in einem vertretbaren definierten Kostenrahmen erfolgen. Die Finanzierung des Ausbaus erneuerbarer Energien ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und kann nicht allein von den Stromverbrauchern finanziert werden.“

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