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Streikende in Sicht

Einigung im Tarifstreik der Post

Montag, 06 Juli 2015 15:54 geschrieben von 
Logo Deutsche Post Logo Deutsche Post Quelle: PIXABAY.COM

Bad Neuenahr - Wie die Deutsche Post und die Gewerkschaft Ver.di Sonntagabend nach mehr als vierzig Stunden Verhandlung in Bad Neuenahr mitteilten, ist es den beiden Parteien endlich gelungen, einen Tarifabschluss herbeizuführen. Somit endet der Streik der Postmitarbeiter nach fast vier Wochen in der Nacht von Montag auf Dienstag.

Das Unternehmen einigte sich den Angaben zufolge mit der Gewerkschaft darauf, dass rund 140.000 Beschäftigte ab 1. Oktober 2016 zunächst zwei Prozent mehr Lohn und ab 1. Oktober 2017 weitere 1,7 Prozent mehr Geld erhalten werden. Zudem zahlt ihnen die Deutsche Post im Oktober dieses Jahres eine Einmalzahlung von vierhundert Euro aus.

„Wir konnten ein Gesamtpaket vereinbaren, das unseren Mitarbeitern Sicherheit und Perspektive bietet sowie gleichzeitig künftiges Wachstum ermöglicht“, erklärte Melanie Kreis, die Personalchefin der Deutschen Post. Und auch die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft Ver.di, Andrea Kocsis freute sich über das „umfassende Sicherungspaket für die Beschäftigten“.

Die Post kam der Hauptforderung von Ver.di, auch die neugegründeten Tochtergesellschaften, die mit der Zustellung der Pakete bei schlechterer Bezahlung betraut werden, in den Haustarifvertrag der Deutschen Post aufzunehmen, nicht nach, verpflichtete sich aber, die zum jetzigen Zeitpunkt bei der Deutschen Post angestellten rund 7.650 Paketzusteller im Unternehmen zu behalten. „Aber es ist uns gelungen, die verbleibenden Paketzusteller in der Deutschen Post dauerhaft abzusichern“, erklärte Kocsis. Künftig können daher nur Neuangestellte in den neugegründeten Gesellschaften angestellt werden, nicht aber vorherige Postmitarbeiter. Zudem wird auch der Kündigungsschutz bei der Post um vier Jahre bis Ende 2019 verlängert, sowie  bis Ende 2018 ausgeschlossen, dass die Brief- oder Paketzustellung an Fremdfirmen vergeben wird.

Postvorstand Jürgen Gerdes appellierte an seine Mitarbeiter, sie sollten nach einem harten Tarifkonflikt nun wieder aufeinander zugehen. Man müsse sich nun bemühen, die Differenzen im Unternehmen beizulegen. „Da sind Gräben entstanden zwischen Streikenden und Nicht-Streikenden“, bestätigte auch Kreis.

Seit dem 8. Juni befinden sich die Briefträger und Paketboten der Deutschen Post im unbefristeten Streik. Der Tarifkonflikt entzündete sich an den 49 regionalen Paketzustellergesellschaften, deren sechstausend Paketboten nicht nach dem Haustarif der Deutschen Post bezahlt werden. Sie erhalten stattdessen einen niedrigeren Lohn, der entsprechend der Logistikbranche gezahlt wird. Nachdem sich die Parteien nun einigen konnten, muss sich die Post um Schadenbegrenzung bemühen: Vor allem Onlinehändler hatten das Unternehmen mit Beschwerden überschüttet.

Letzte Änderung am Montag, 06 Juli 2015 16:02
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