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Geschäftsfeld Marihuana

Drogen erobern die Investmentbranche!

Mittwoch, 20 August 2014 14:42 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Drogen erobern die Investmentbranche! Quelle: pixabay.com

Regensburg - Was wird wohl als nächste „Wirtschaftsinnovation“ aus Übersee nach Europa überschwappen? Neuerdings ist zu beobachten, daß sich das mit Marihuana im Zusammenhang stehende Geschäftsfeld beginnt, sich in den USA zu einem lukrativen Betätigungsfeld für Entrepreneure der besonderen Art zu entwickeln. Nachdem inzwischen bereits in 23 US-Staaten eine Legalisierung der Rauschpflanze erfolgte, entdeckten geschäftstüchtige Kreise, die man zuvor vielleicht noch als kriminell gebrandmarkt hätte, plötzlich als Investoren ihr neues „El Dorado“ der schnellen Profitmaximierung. Es entsteht ein Markt, der betriebswirtschaftlich betrachtet immense Wachstumschancen zu versprechen scheint. Über die langfristigen Folgen wird derzeit kaum gesprochen, vielleicht, weil die Dollarzeichen den Weitblick dafür etwas vernebeln.

Grenco Science beispielsweise tritt als prosperierendes Start-Up-Unternehmen in Erscheinung, das sein Geld mit sogenannten Vaporizern, sprich Cannabis-E-Zigaretten verdient. Ein Beispiel dafür, das der häufigen Behauptung widerspricht, die amerikanischen Legalisierungen von Marihuana wären hauptsächlich medizinisch bedingt. Der Weg vom vormaligen Dealer zum Anlageprofi scheint branchentreu verkürzt worden zu sein. Doch auch bislang suchtmittelfernen Investoren bleibt gewöhnlich nicht lange verborgen, wo Renditen winken. So auch hier, weshalb Investitionskapital bereits millionenschwer fließt, und aufgrund des gewandelten gesellschaftlichen Suchtverhaltens sowie libertär zunehmend ausbleibender sozialer Kontrolle Rahmenbedingungen vorzufinden sind, die folglich kaum mehr von Ventur Capital sprechen lassen. Die Firma FunkSac spezialisierte sich auf geruchsdichte Plastikbeutel oder SpeedWeed präsentiert sich als Lieferdienst in diesem neuen Markt. Start-Up-Berichte diverser weiterer Unternehmen im Marihuanasegment konnten Privat-Equitiy-Magazinen wie „Deal Pipeline“ entnommen werden. Der "High Times Growth Fund" ging mit nicht weniger als 300 Mio. $ an den Markt, um genau in dieser Branche sein Engagement an den Tag zu legen. Selbst einen speziell auf die Marihuana-Industrie abzielenden Hedgefonds gibt es bereits, der durch die Investmentfirma  Poseidon Asset Management aufgelegt wurde.

Laut Aussagen des Analysehauses IBISWorld soll dieses Jahr eine voraussichtliche Umsatzsteigerung von 63,1 % auf 2,6 Mrd. $ erzielt werden. Gewisse Studien schätzen das Umsatzpotential dieses Marktes auf etwa 10 Mrd. € bis 2018 ein. Politisch dürfte aus den hochverschuldeten USA keine Richtungsänderung zu erwarten sein, da nicht nur die neuen Marihuana-Manager, sondern ebenso der Fiskus über die Umsatzsteuer reiche Ernte aus dem Geschäft mit dem „Gras“ einfährt. Aus Colorado war zu vernehmen, daß die Staatskasse allein in ersten beiden Quartalen 2014 zusätzliche Einnahmen von über 20 Mio. $ aus der Besteuerung des legalisierten Marihuana-Geschäfts generierte. - Nun bleibt abzuwarten, welche langfristigen Folgekosten sich einstellen werden, wenn sich der erste Nebel verzogen hat.

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