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Immer mehr Menschen wollen mit einem Stromspeicher Geld sparen

Allgäuer Sonnen GmbH hat mit Vertrieb und Installation von Sonnenbatterien Großes vor

Dienstag, 31 Oktober 2017 01:15 geschrieben von 
Allgäuer Sonnen GmbH hat mit Vertrieb und Installation von Sonnenbatterien Großes vor Quelle: PIXABAY.COM

Wildpoldsried - Um nicht länger von den Energiekonzernen abhängig zu sein und sich von deren Strompreiserhöhungen abzukoppeln, suchen immer mehr ökologiebewusste Menschen nach Möglichkeiten, „energie-autark“ zu werden. Was auf den ersten Blick schwierig bis unmöglich scheint, ist technisch kein großes Problem und finanziell eine lohnende Sache. Zahlreiche „grüne“ Unternehmen leisten ihren Beitrag für eine doch noch gelingende Energiewende, indem sie maßgeschneiderte Produkte für eine saubere Energiegewinnung anbieten.

Ehrgeizige Ziele hat sich die Sonnen GmbH gesetzt und eine Sonnenbatterie als intelligenten High-Tech-Solarstromspeicher entwickelt. Diese Batterie soll viel mehr als ein gewöhnlicher Energiespeicher sein. Das Startup-Unternehmen aus Wildpoldsried ruft schon ganz selbstbewusst eine „neuen Art der Energiebewegung“ aus und erklärt: „Dabei beziehen wir alle Menschen mit ein – ganz egal, ob sie bereits eine eigene Solaranlage oder ein Eigenheim besitzen oder in einer Wohnung leben. Unser Solarstromspeicher-Sortiment und unsere verschiedenen Stromtarife bieten für jeden Haushalt und jeden Menschen genau die richtige Lösung.“

Das scheinen viele Stromkunden ähnlich zu sehen. So installierte „Sonnen“ bislang rund 20.000 Speicher, zählt nach Angaben des „Deutschlandfunks“ derzeit rund 300 Mitarbeiter und erzielte 2016 einen Umsatz von 42 Millionen Euro. Das hochinnovative Unternehmen aus dem Allgäu liefert Batteriespeicher für auf Hausdächern erzeugten Solarstrom und bietet darüber hinaus eine Software an, mit deren Hilfe eine Art dezentrales Energie-Kraftwerk als vernetzte Produzenten- und Konsumentengemeinschaft entsteht. So können Schwankungen bei der Solarstrom-Verfügbarkeit problemlos ausgeglichen werden. 

Langfristig will die Sonnen GmbH auch Menschen ohne eigenen Immobilienbesitz zu Solarstrom-Produzenten machen und jenseits des Privatkunden-Geschäfts kleine und mittlere Unternehmen für dezentrale Erzeugungseinheiten begeistern.Philipp Schröder, Geschäftsführer und Vertriebschef des Unternehmens, geht es mit seiner „Prosumer-Energiewende“ auch darum, das aus seiner Sicht überholte Geschäftsmodell der Energieriesen RWE, E.ON und EnBW anzugreifen. Deutschlandweit gibt es 1,6 Millionen „Prosumer“, die Solaranlagen auf Häuserdächern haben und damit gleichermaßen Stromproduzenten wie -konsumenten sind. 20.000 von ihnen zählen zu den Kunden von „Sonnen“. Philipp Schröder sieht deswegen ein immenses Privatkunden-Potenzial für seinen Ansatz: „Er funktioniert zuerst für den privaten Verbrauch, weil die privaten Verbraucher den höchsten Strompreis zahlen in Deutschland. Der, der den höchsten Strompreis zahlt, für den rechnen sich diese Konzepte zuerst.“

Aber sein Produktkonzept rechne sich irgendwann auch für kleinere Betriebe und eines Tages sogar für die Industrie. Wenn Konzerne ausreichend dezentrale Erzeugungseinheiten auf Gebäudedächern und dem Fabrikgelände hätten, mache es auch für sie Sinn, „sich ohne den Energieversorger zu vernetzen. Und das ist wiederum die Plattform, die wir bieten können“, ist Schröder überzeugt. Diese Visionen teilen auch ausländische Investoren, die bei der Sonnen GmbH eingestiegen sind. Nach Medienberichten handelt es sich etwa um den US-Strom-Giganten General Electric und den chinesischen Windturbinenhersteller Envision Energy. Bei einer Finanzierungsrunde unter den Investoren sollen Ende 2016 stolze 67 Millionen Euro eingesammelt worden sein.

Das alles hat längst auch das Interesse großer Zeitungen geweckt. Unter der Überschrift „Mein Haus, mein Kraftwerk“ beleuchtete im Juli auch die „Süddeutsche Zeitung“ die Tatsache, dass es derzeit 1,6 Millionen Photovoltaik-Anlagen in Deutschland gibt. Ihr Befund: „Bislang können die wenigsten Besitzer ihren damit erzeugten Strom speichern. Stattdessen müssen sie ihn einspeisen – und das künftig eben ohne staatliche Zuschüsse. Da kann sich der Kauf einer Hausbatterie lohnen, denn es ist günstiger, selbstproduzierten Strom selbst zu verbrauchen als ihn externen Anbietern abzukaufen.“

Hier kommen auch für die „Süddeutsche“ die Sonnenbatterien aus der Nähe von Kempten ins Spiel.Die Idee einer dezentralen Versorgung mit speicherbaren regenerativen Energien ist auch im Vorreiterland Deutschland noch sehr ausbaufähig. 2016 wurden hierzulande 25.000 Speicherbatterien aufgestellt. Im Rest Europas waren es gerade einmal 7.000 und in den USA 4.500. „Sonnen“-Geschäftsführer Schröder geht jedoch von einem regelrechten Boom aus, wenn ab dem Jahr 2020 die Solarstrom-Produktion nach und nach aus der EEG-Förderung herausfällt, und kündigt Großes an: „In drei Jahren wollen wir eine halbe Milliarde Umsatz machen, und in zehn Jahren eine Million Kunden versorgen.“

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