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„Lawine der Altersarmut“

Über 500.000 Senioren auf Grundsicherung angewiesen

Freitag, 07 August 2015 13:00 geschrieben von 
Senioren Senioren Quelle: PIXABAY.COM

Regensburg - Bereits vor knapp drei Jahren hat das Bundesarbeitsministerium unter der damaligen Bundessozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine Studie veröffentlicht, der zufolge all diejenigen, die über 35 Jahre hinweg weniger als 2.500 Euro brutto verdient haben, ab dem Jahr 2030 auf Grundsicherung im Alter angewiesen sein werden.

Der festgelegte Bedarf für Grundsicherung betrug im März 2015 durchschnittlich 758 Euro brutto pro Monat. Netto waren es im Schnitt jedoch nur 460 Euro, weil das Einkommen zum Teil angerechnet und abgezogen wird.

Nun wurden neue, aktuelle Zahlen bekannt, die Anlass zur Sorge geben. Im März 2015 waren 518.000 Senioren auf Grundsicherung im Alter angewiesen. Besonders viele Frauen in Westdeutschland sind betroffen. Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher sagte, dass diese Entwicklung auch im Osten massiver auftreten werde. Mascher dazu wörtlich: „Es rollt eine Lawine der Altersarmut auf uns zu. In den nächsten 10 bis 15 Jahren werden immer mehr Menschen ohne hinreichende Rentenansprüche das Rentenalter erreichen.“

61 Prozent der Bezieher von Grundsicherung im Alter sind Frauen. Im Westen scheint die Bedürftigkeit unter Rentnern ausgeprägter als im Osten zu sein. So waren im Osten 19 von 1.000 Männern und Frauen auf Grundsicherung angewiesen, im Westen 34 von 1.000 Frauen und 28 von 1.000 Männern.

Eine Entwicklung verdecke das wahre Ausmaß der Altersarmut, so Mascher. Immer mehr Senioren halten sich mit einem Minijob über Wasser, was das tatsächliche Niveau der Armut unter den älteren Bürgern in Deutschland verschleiere. Mascher dazu wörtlich: „Die Zahlen der Grundsicherung verdecken ein bisschen die tatsächliche Situation. Viele alte Frauen scheuen sich auch, Grundsicherung zu beantragen, oder haben Sorge, dass ihre Kinder herangezogen werden.“

Bisher hat die Politik das wahre Ausmaß der auf Deutschland zurollenden Altersarmut noch nicht registriert. So gibt es bisher keinerlei wirksame Maßnahmen, dieser Entwicklung entgegenzutreten. Stattdessen droht das deutsche Rentensystem jederzeit zu kollabieren, wird es doch schon heute alljährlich mit etwa 80 Milliarden Euro an Steuergeldern bezuschusst.

Letzte Änderung am Freitag, 07 August 2015 13:09
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