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Hamburg – Angesichts der jahrelangen Miet- und Wertsteigerungen im deutschen Immobilienmarkt mehren sich die Stimmen, die vor einer platzenden „Immobilienblase“ warnen und potenzielle Investoren damit verunsichern. So warnte der Ökonom Max Otte im Frühsommer letzten Jahres: „Wir haben in Großstädten, attraktiven Ferienregionen und zunehmend auch in attraktiven Mittelstädten eine Blase.“ Als Beleg führte er die Preisentwicklung an. „Ewig geht das jetzt nicht mehr. Es läuft, angetrieben durch die Niedrigzinsen, bereits fünf Jahre. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch länger als zwei bis drei Jahre geht“, meinte Otte.

Hamburg – Aufgrund der guten konjunkturellen Lage zieht der deutsche Immobilienmarkt in großem Stil Kapital aus dem In- und Ausland an. Der durch die vermögensvernichtende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) befeuerte Nachfrageeffekt führt teilweise zu massiven Preisanstiegen und zur Angebotszunahme bei Projektentwicklungen. Neben Berlin, München und Frankfurt verzeichnet insbesondere Hamburg einen Nachfrageboom. Im März 2018 nahm die „Zeit“ die Wohnungspreise in der Elbmetropole unter die Lupe und stellte fest: „Wer hier vor zehn Jahren eine Wohnung gekauft hat, ist heute wahrscheinlich um einen sechsstelligen Betrag reicher.“ Zur Einstimmung auf eine Artikelserie zum Hamburger Immobilienmarkt, dessen Innenstadtlagen Investoren in kurzer Zeit zweistellige Wertzuwächse bescherten, schrieb das Wochenblatt: „Sieben von zehn Hamburgern fürchten, die Stadt könne für sie zu teuer werden. Das liegt an den hohen Mieten und Hauspreisen. Wird die Lage irgendwann wieder besser?“

Hamburg – Crowdinvesting ist eine anspruchsvolle Form des Crowdfunding, das als Instrument zur Projektfinanzierung immer beliebter wird. Beim Crowdinvesting stellt eine Gruppe von Anlegern über eine Online-Plattform Gelder für konkrete Investitionsprojekte zur Verfügung. Der Plattformbetreiber prüft die Seriosität und Finanzkraft der jeweiligen Projektentwickler und nimmt die Projekte im Falle einer positiven Bewertung mit Laufzeitnennung und Renditeprognose in sein Crowdinvesting-Portfolio auf. Um das Ausfallrisiko zu minimieren, legen die Plattformbetreiber Wert auf einen fortgeschrittenen Projektstand. Das heißt, das Grundstück sollte bereits gekauft sein, eine Baugenehmigung vorliegen, ein überzeugender Rückzahlungsplan existieren und ein „Globalverkauf“ der Immobilie oder zumindest erste Vertriebserfolge in Aussicht stehen. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, kann der Darlehensgeber mit einer außerordentlich guten Rendite rechnen. Die Laufzeiten betragen meist ein bis drei Jahre, und die Renditen pendeln zwischen vier und sechs Prozent per annum. Das Angebot richtet sich insbesondere an Mikroinvestoren, die schon mit kleinen Beträgen ab 500 oder 1.000 Euro in Anlagewelten vorstoßen können, die ihnen ohne Schwarmfinanzierung verschlossen bleiben würden. Üblich ist die Finanzierung über risikobehaftete Nachrangdarlehen.