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E-Commerce, Einzelhandel, Cashback-System

Warum WeeCONOMY-Gründer Cengiz Ehliz Hauptsponsor der Tölzer Löwen wurde

Montag, 12 Februar 2018 17:24 geschrieben von 
Die Neuverpflichtungen der Tölzer Löwen, Mikko Rämö (links) und Casey Borer (rechts), mit Unternehmer Cengiz Ehliz Die Neuverpflichtungen der Tölzer Löwen, Mikko Rämö (links) und Casey Borer (rechts), mit Unternehmer Cengiz Ehliz

Bad Tölz - Es sorgte in der deutschen Eishockey-Szene für viel Aufmerksamkeit, als der EC Bad Tölz unlängst die Verpflichtung des US-Profis Casey Borer bekannt gab. In seiner Heimat spielte er in der National Hockey League (NHL) für die Carolina Hurricanes, und in der Deutschen Eishockey Liga fegte er schon für Nürnberg und Berlin über das Eis. Nun soll Borer die nicht immer glücklich agierende Verteidigung der Tölzer Löwen verstärken. Die Vereinsspitze erklärte auf Nachfrage, dass wie schon im Falle des Torhüters Mikko Rämö erst das Engagement von Hauptsponsor Cengiz Ehliz die Personalverstärkung ermöglicht habe. Der Gründer und Mehrheitsaktionär der weeCONOMY AG, die sich mit dem Rabattsystem „wee“ der Revolutionierung des bargeldlosen Bezahlens verschrieben hat, hatte durch eine Etataufstockung auch den Weg für die Erfüllung der Lizenz-Anforderungen der zweithöchsten deutschen Eishockey Liga (DEL2) frei gemacht.

Die Bindung des erfolgreichen E-Commerce- und Cashback-Unternehmers an Bad Tölz und seinen Vorzeige-Sportverein hat mehrere Gründe. Cengiz Ehliz wurde genau wie sein Neffe Yasin in der oberbayerischen 18.000-Einwohner-Stadt geboren, wo Yasin Ehliz seine Sportkarriere in der Nachwuchsabteilung des EC Bad Tölz startete. In der Saison 2009/10 gab er sein Debüt für die erste Mannschaft des EC Bad Tölz in der Oberliga als dritthöchster deutscher Eishockeyspielklasse. Seit dem Jahr 2010 spielt er für die Nürnberg Ice Tigers in der Deutschen Eishockey Liga.

Neben diesen biografischen Aspekten spielten kaufmännische Überlegungen eine große Rolle, warum Cengiz Ehliz als Hauptsponsor der Tölzer Eishockey-Mannschaft aktiv wurde. Mit ihrer in „Wee-Arena“ umbenannten Spielstätte will er sein „Bargeld zurück“-Modell ausbauen und die Verbindung von E-Commerce, klassischem Einzelhandel und Sportsponsoring vorantreiben. Das neue Bezahlkonzept im Löwen-Stadion basiert auf „Mobile Payment“ und dem Sammeln von „wee“-Rabattpunkten. Ein „wee“-Punkt hat dabei den Gegenwert von einem Euro. Ehliz beschreibt seinen Ansatz so: „Jeder der schätzungsweise fünf Millionen Konsumenten, der bereits auf die weeCard oder die weeApp vertraut, kauft beispielsweise in einem der etwa tausend Onlineshops, die wir unter wee.com bündeln, mit Rabatten bis zu 10 Prozent ein. Er nutzt dann die dabei erzielten Rabatte – seine ‚wee‘ – für den Einkauf beim Metzger, Bäcker oder Friseur um die Ecke, wo seine ‚wee‘ angerechnet werden und er zusätzliche ‚wee‘ für sich verbuchen kann.“ Zur Markterschließungsstrategie von „wee“ gehört es, dass nicht nur die heimischen, sondern auch die gegnerischen Fans beim Besuch der Wee-Arena in den Genuss der weeCard und der weeApp kommen.

In den nächsten Jahren sollen bis zu 25 „Wee-Arenen“ in ganz Europa entstehen. Zum Modernisierungsstand der Tölzer Anlage sagte Ehliz: „Die Entwicklung und Digitalisierung der ersten Wee-Arena ist noch nicht abgeschlossen, wir arbeiten aber mit Hochdruck daran und sind im Zeitplan. Im Sommer 2018 soll die erste Wee-Arena dann vollständig fertig sein. Entgegen einiger Bedenken der Tölzer haben wir mit den Events der Winter-Wiesn im vergangenen November gezeigt, dass man aus einer einfachen Eishalle innerhalb kürzester Zeit ein gemütliches Wiesn-Festzelt machen kann, inklusive Top-Beschallung und mit Mega-Stimmung.“

Obwohl oder gerade weil die Tölzer Löwen um ihren Verbleib in der DEL2 kämpfen müssen, hat der „Mobile Payment“-Unternehmer einen großen Geldbetrag für die Verpflichtung von Casey Borer (32) und Mikko Rämö (37) zur Verfügung gestellt. „Die sportliche Situation ist mit dem vorletzten Tabellenplatz bekannt, und wenn man sich den Saisonverlauf genauer betrachtet, dann gab es sehr viele enge Spiele, die knapp verloren worden sind“, bedauert Ehliz, um sofort wieder Zuversicht zu verbreiten: „Die Verantwortlichen von den Tölzer Löwen hatten dies analysiert und zwei Spieler vorgeschlagen, die allerdings nochmals einen sechsstelligen Betrag für die restliche Zeit der Saison in Anspruch nehmen, und so haben wir nicht lange gewartet und dies ermöglicht. Mit der Verpflichtung gab es auch gleich die notwendigen Punkte, und ich behaupte,  dass wir damit die Klasse auch halten werden.“ Ehliz machte klar, dass es dabei auch um das Ansehen der weeCONOMY AG geht. Diese könne es sich nicht leisten, dass die Löwen mit ihrem Markenzeichen auf der Brust absteigen. „Das wäre nahezu ein GAU für die weitergehenden strategischen Überlegungen unserer Wee-Arena. Und außerdem hätten wir einen erheblichen Imageschaden.“

Die Gefahr einer zu starken Abhängigkeit von seinen Geldspritzen sieht der Sohn türkischer Gastarbeiter dennoch nicht. Von einem Mitarbeiter des Online-Portals „eishockey-online.com“ darauf angesprochen, betonte Ehliz: „Grundsätzlich haben Sie da recht, dass dies immer ein Risiko für einen Verein birgt. Aber ich möchte an dieser Stelle nochmals klarstellen, dass wir eine Investition im siebenstelligen Bereich nicht nur in den Eishockeyclub, sondern auch in die gesamte Region Bad Tölz getätigt haben, und damit planen wir langfristig. Unser Sponsoring unterscheidet sich auch von dem klassischen. Wir möchten eine ‚win-to-win‘ Situation für alle erreichen, für den Eishockeyclub, die Fans, die Konsumenten, den Einzelhandel und die gesamte Region."

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