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Bei falscher Widerrufsbelehrung ist Komplettausstieg aus LV-Police möglich

Rückabwicklung von Lebensversicherungen mit Afin24 GmbH von Andreas Klee und Daniel Sprünken?

Mittwoch, 15 August 2018 23:28 geschrieben von 
Rückabwicklung von Lebensversicherungen mit Afin24 GmbH von Andreas Klee und Daniel Sprünken? Quelle: afin24 GmbH

Eiterfeld – In Deutschland trägt die Versicherungswirtschaft eine große Verantwortung für die Altersabsicherung der Menschen. Derzeit bestehen 88,3 Millionen Verträge bei Lebensversicherungsunternehmen, Pensionskassen und Pensionsfonds. Rentenversicherungen kommt dabei mit rund 42 Millionen Verträgen eine besondere Bedeutung zu. Aufgrund der demografischen Entwicklung – immer weniger Beitragszahler müssen für immer mehr Rentenbezieher aufkommen – brauchen ältere Menschen zukünftig neben der umlagefinanzierten gesetzlichen Rente unbedingt ein ergänzendes Alterseinkommen aus kapitalgedeckter Vorsorge. Dass die Lebensversicherung immer noch als Hauptinstrument zur Alters- und Hinterbliebenenvorsorge angesehen wird, belegt die Zahl von 84 Millionen Hauptversicherungen. Ihre Stornoquote lag 2017 bei nur 2,65 Prozent. Das dürfte aber nicht nur Ausdruck von Zufriedenheit, sondern angesichts der Niedrigzinsen auch Zeichen von Verzweiflung sein. Zwar erfreuen sich Altkunden von Lebensversicherungen manchmal noch eines Garantiezinses von vier Prozent und denken deshalb gar nicht an eine Auflösung ihrer Verträge. Doch die jahrelange Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den allermeisten Versicherungskunden sinkende Renditen eingebrockt und die Policen inzwischen äußerst unattraktiv gemacht. Der Garantiezins liegt meist nur noch bei mageren 0,9 Prozent – viel zu wenig für eine zusätzliche Altersabsicherung, die diesen Namen verdient.

Einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsfirma KPMG zufolge werden die Prämieneinnahmen der deutschen Lebensversicherer wegen der Niedrigzins-Problematik und der demografischen Krise bis zum Jahr 2030 um rund sechs Milliarden Euro sinken. Viele Versicherungsnehmer wollen deswegen aus ihren Verträgen aussteigen, wissen aber nicht so recht, wie sie das ohne finanzielle Einbußen anstellen können.

Hier kommt die im osthessischen Eiterfeld ansässige Afin24 GmbH ins Spiel, die Finanzdienstleister dabei berät, wie deren Kunden aus renditeschwachen Lebens- und Rentenversicherungen aussteigen können. Dabei kommt den beiden Afin24-Geschäftsführern Andreas Klee und Daniel Sprünken die höchstrichterliche Rechtsprechung entgegen. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom 19. Dezember 2013 und weiteren 154 Urteilen des Bundesgerichtshofes (BGH) im Jahre 2015 ist im Falle einer falschen Widerrufsbelehrung die komplette Rückabwicklung von Lebens- und Rentenversicherungen möglich, die im Zeitraum zwischen dem 1. Juli 1994 und dem 31. Dezember 2007 abgeschlossen worden sind. Durch Verweis auf eine falsche Belehrung über ihr Widerrufsrecht wittern viele Kunden die Chance, die unlukrativ gewordenen Verträge loszuwerden. Auch aus diesem Grund sank zwischen 2015 und 2017 die Zahl der Lebensversicherungsverträge um etwa 2,5 Millionen.

Ein Widerruf kann zu einer deutlich höheren Rückzahlungssumme führen als eine reguläre Kündigung der Lebensversicherung. Afin24 prüft mit versierten Anwälten und Finanzexperten, in welchen Fällen ein Widerruf lohnend ist. „Unsere Philosophie und auch Strategie ist der maximale Mehrwert für den Kunden mit einem überschaubaren Kostenanteil ausschließlich aus der Nutzungsentschädigung“, erklären die Versicherungsprüfer, die gleichzeitig betonen, dass sie „keinem Kunden oder Vermittler eine Kapitalanlage anbieten oder auch nur empfehlen“ werden. Geld verdienen sie damit, dass der Fixbetrag von 20 Prozent des Mehrwerts, der dem Kunden durch den Widerruf entsteht, bei Afin24 verbleibt.

Gegründet wurde das Unternehmen im Dezember 2016. „Afin“ steht für „Assistent für Finanzdienstleister“ und „24“ für „rund um die Uhr“. Die beiden Gründer waren zuvor viele Jahre weisungsgebunden im Finanzvertrieb tätig. 2016 fassten sie den Entschluss, nicht mehr im Fremdauftrag Finanzprodukte zu verkaufen, sondern zusammen eigene Wege zu gehen. Die Geschäftsidee war, anstelle von Finanzprodukten mit qualifizierten Qualitäts-Dienstleistungen als Komplettservice zu punkten. 2016 zeichnete sich ab, dass der Widerruf von Lebensversicherungen eine spannende und kundenrelevante Dienstleistung werden könnte. So begannen Andreas Klee und Daniel Sprünken damit, sich auf die Widerrufsberatung bei bestimmten Versicherungsverträgen zu spezialisieren. Wert legen beide Geschäftsführer auf die Feststellung, dass die Afin24 GmbH „bewusst keine eigenen Finanzprodukte“ anbietet. „Es gibt auch keine Finanzproduktanbindungen zu Vertrieben, Produktgebern oder Ähnlichem. Kapitalanlagen werden weder direkt noch indirekt über uns oder Dritte angeboten.“

Vielleicht braucht Afin24 auch deshalb keine teuren Repräsentationsräume, sondern arbeitet bis heute in einem kleinen HomeOffice. Klee und Sprünken werden von ihren Familien und zwei Mitarbeiterinnen unterstützt. Wenn sich der Unternehmenserfolg fortsetze, werde man aus dem HomeOffice eines Tages zwei oder auch mehrere gut ausgelastete Büros machen, heißt es aus Eiterfeld. „Bislang machen wir sehr gute Erfahrungen damit, dass unsere Vertriebspartner mehr Wert auf Kompetenz, Service und erfolgreiche Detailarbeit legen, wie auf teure Präsentationen, Hochglanz-Broschüren oder beeindruckende Büros“, so Andreas Klee.

Letzte Änderung am Mittwoch, 15 August 2018 23:35
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