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Risikodarlehen sind in der Türkei immer gefragter

Profitiert der Projektfinanzierer Aras Group DWC LLC von der Finanz- und Wirtschaftskrise in der Türkei?

Dienstag, 21 August 2018 23:36 geschrieben von 
Profitiert der Projektfinanzierer Aras Group DWC LLC von der Finanz- und Wirtschaftskrise in der Türkei? Quelle: PERFORMANCE vertraulich

Dubai – Die mit dem rasanten Lira-Verfall einhergehende Wirtschaftskrise der Türkei macht Immobilienkäufe in dem Land so billig wie nie zuvor. „Spiegel online“ zitiert die Türkin Esmeralda Sepers, die in den Niederlanden ein Maklerbüro betreibt und von einem massiv gestiegenen Käuferinteresse berichtet: „Einige sind Investoren, andere Privatpersonen. Alle wollen plötzlich Immobilien an der türkischen Riviera kaufen.“ Seit 17 Jahren vermittelt Sepers „Betongold“ an der türkischen Mittelmeerküste. Aber an einen derartigen Run auf Wohnungen und Häuser in Alanya, Bodrum, Fethiye oder Side kann sie sich nicht erinnern. Die Abwertung der türkischen Lira lässt die Preise im Immobiliensektor purzeln. Ein Rechenbeispiel: Kostete ein Haus in der Nähe von Bodrum Anfang August noch 550.000 Lira – umgerechnet 96.000 Euro –, waren es zehn Tage später angesichts des sich immer weiter verschlechternden Wechselkurses der türkischen Währung nur noch etwa 74.000 Euro.

Heike Tanbay, Geschäftsführerin und Lizenznehmerin von Engel & Völkers in Bodrum, bestätigt den Trend: „Wir verzeichnen verstärktes Interesse aus dem Mittleren Osten und teilweise aus Europa.“ Mit „drastisch gefallenen“ Immobilienpreisen in der Türkei wirbt auch der Betreiber des Portals immobilien-alanya.com für sein Immobilien-Portfolio. Trotz Unklarheiten über die politischen Folgen der Finanzkrise rechnet Sehhan Arabaci, Inhaberin von Al-Active Immobilien aus Alanya, mit einer dauerhaften Belebung des türkischen Immobiliensektors. „Die Menschen werden immer älter und wollen ihr Leben im sonnigen Süden verbringen“, ist Arabaci überzeugt. „Dadurch ist der Immobilienmarkt hier immer interessant für Investitionen.“

Aber nicht nur Immobilienkäufern bietet die derzeitige Entwicklung am Bosporus gute Investitionschancen. Auch staatliche und private Geldgeber wittern Morgenluft. Der Emir des Golfstaates Katar, Tamim bin Hamad al-Thani, hat dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan vor wenigen Tagen Direktinvestitionen in Höhe von 15 Milliarden Dollar zugesagt. Katar teilte mit, dass damit eine Vielzahl von Investitionen und Wirtschaftsprojekten finanziert werden sollen. Nach Medieninformationen will die türkische Regierung das Geld aber vorwiegend in die Finanzmärkte fließen lassen.

In dieser wirtschaftlichen Gemengelage bieten sich auch für die in Dubai ansässige Aras Group DWC LLC neue Investitionsmöglichkeiten. Das Unternehmen, hinter dem wohlhabende Familien aus den Golfstaaten stehen sollen, hat sich einen guten Namen als Projektentwickler und Kapitalvermittler gemacht. Vor der Türkei-Krise griff Aras mit der Vergabe von Risikodarlehen vor allem der europäischen Start-up-Szene unter die Arme, weil Banken in der Regel nur abgesicherte Darlehen vergeben. Gerade junge Unternehmen benötigen aber auch Risikokapital, bei denen der Kreditgeber ein gewisses Risiko eingeht. Solche Kredite erhalten Unternehmen zunehmend aus dem arabischen Raum. Eine nicht unerhebliche Rolle bei der Kapitalvermittlung spielt die Aras Group mit ihrem deutschen Key-Account-Manager Frank Kahn. Ihm verdanken mehrere deutsche Start-ups die Deckung ihres Kapitalbedarfs, der sich klassische Banken verweigerten. Gleichzeitig wirbt Kahn Investorengelder für ehrgeizige Immobilienprojekte in Dubai ein. Konkret fallen dann immer wieder Namen wie das „Warsan Village“ und das „Pulse-Projekt“, bei denen es um die Errichtung hochmoderner Apartment-Anlagen im Vorfeld der EXPO 2020 geht.

Angesichts des großen Kapitalbedarfs in Bedrängnis geratener türkischer Unternehmen könnte die Aras Group am Bosporus neue geschäftspolitische Akzente setzen. Gerüchteweise soll Frank Kahn schon vor einiger Zeit seine Fühler in die Türkei ausgestreckt haben. Diese langfristige Strategie der Geschäftsanbahnung könnte sich für die Projektfinanzierer aus Dubai nun auszahlen.

Das Aras-Verfahren bei der Risikokapital-Vergabe beschreibt Ibrahim Saadi so: „Der Kunde schließt den Finanzierungsvertrag mit der Aras Group und nicht etwa mit dem jeweils aktiven Refinanzierer. Mit ihren internationalen Partnern kann die Aras Group den Kunden attraktive Rahmenbedingungen sowie Konditionen bieten. Dabei kann das Unternehmen auf umfassende Erfahrungen in den Bereichen Investment, Handel mit Waren, Unternehmensberatung, Beteiligungen sowie im Immobiliengeschäft verweisen. So hat die Aras Group in der Vergangenheit bereits diversen Kunden das Erschließen internationaler Geschäftszweige ermöglicht.“ Die Aras Group DWC LLC ist also nicht nur im Bereich der Unternehmensfinanzierung, sondern auch in den Sparten Immobilien, Warenhandel, Unternehmensberatung und Logistik aktiv. Zum international vernetzten Firmenverbund gehören die Aras Investment and Participation Ltd., die Aras Logistic and Distribution Ltd., die Aras Trading and Services Ltd., die Aras Consulting and Advisory Ltd. sowie die Aras Properties Ltd..

Die Frage, ob die kapitalvermittelnde Aras Group von der Finanz- und Wirtschaftskrise in der Türkei profitieren kann, ist wohl mit einem Ja zu beantworten.

Letzte Änderung am Dienstag, 21 August 2018 23:44
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