Login

Performance Vertraulich

Freigegeben in Finanzen

Rundum-Paket ohne Zusatzkosten für Kunden?

MEP Werke von Konstantin Strasser weisen Kritik von Verbraucherschützern zurück

Mittwoch, 05 Dezember 2018 18:00 geschrieben von 
MEP Werke von Konstantin Strasser weisen Kritik von Verbraucherschützern zurück Quelle: MEP Werke GmbH

München – Ende 2017 nahm die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen insgesamt 13 Photovoltaik-Mietangebote von Stadtwerken an Rhein und Ruhr unter die Lupe. Das überraschende Ergebnis: Nur drei Mietprodukten bescheinigte sie eine finanzielle Attraktivität für die Endkunden. Bei den anderen Angeboten soll sich über die Laufzeit von 18 Jahren ein Verlust für die Kunden ergeben. Anfang März 2018 wurde bekannt, dass dieselbe Verbraucherzentrale den Photovoltaik-Pachtanbieter MEP abgemahnt hat, weil der monatelang Miete für montierte Photovoltaik-Anlagen kassiert haben soll, die noch keinen Solarstrom lieferten. Udo Sieverding, Bereichsleiter für das Thema Energie bei der Verbraucherzentrale NRW, begründete das scharfe Vorgehen so: „MEP wirbt wörtlich mit einem ‚Rundum-sorglos-Miet-Paket‘ und verspricht Begleitung von der Montage bis zum Betrieb. Tatsächlich aber lässt die Firma viele Kunden auf den letzten Metern im Stich – die haben dann eine Anlage auf dem Dach und zahlen Miete, bekommen aber keinen Strom.“ Die Verbraucherschützer bemängeln, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der in München ansässigen MEP Werke in einem Punkt nicht eindeutig genug seien. Dabei gehe es um einen mit den Netzbetreibern zu koordinierenden Anschluss, der nach der Installation der Miet-Solaranlagen nicht sofort ans Netz gegangen sei. Thomas Wennmacher zufolge, der die Causa MEP bei der nordrhein-westfälischen Verbraucherzentrale betreut, sind zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 Beschwerden im „niedrigen zweistelligen Bereich“ über den Anbieter bei ihm gelandet. Ist deswegen sofort eine Abmahnung nötig?

Die betroffene MEP Werke GmbH (My Energy Partner) glaubt das nicht und wies in einer ersten Stellungnahme darauf hin, dass sich die Vorwürfe auf Alt-AGBs und damit auf eine nicht mehr gültige Vertragsversion bezögen, was die Verbraucherzentrale NRW grundsätzlich auch bestätigte. Eine detaillierte Erwiderung auf die Kritik am eigenen Solaranlagen-Mietmodell ließ nicht lange auf sich warten. Das von Konstantin Strasser geführte Ökostrom-Unternehmen erklärte in Richtung der Verbraucherschützer: „Es ist richtig, dass die Fälligkeit der Mietzahlung bisher laut Mietvertrag zwischen MEP und dem Kunden unabhängig ist vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Die Fälligkeit beginnt ab dem ersten des übernächsten Monats nach erfolgter Montage und Installation (DC- und AC-Anschluss). Der Zählertausch und die Inbetriebnahme erfolgen in Koordination mit dem zuständigen Netzbetreiber in der Regel innerhalb von acht bis zwölf Wochen.“ Im Jahr 2017 sei es dabei aus verschiedenen Gründen bedauerlicherweise zu Verzögerungen gekommen, wodurch sich für einige Kunden der Zeitraum bis zur Inbetriebnahme verlängert habe. Zu Lieferschwierigkeiten des damaligen Kooperationspartners und Zähler-Lieferanten sei erschwerend hinzugekommen, dass im Rahmen des von der Bundesnetzagentur vorgegebenen Prozesses seitens der Netzbetreiber mehrfach Fristen nicht eingehalten worden seien, ohne dass dies Konsequenzen für den jeweiligen Netzbetreiber gehabt habe. Dadurch entstünde für die MEP Werke GmbH ein enormer Mehraufwand und für die Kunden eine ärgerliche Verlängerung der Wartezeit.

Die Münchner Solaranlagen-Experten teilten im März mit, dass sie wegen dieser Problematik schon seit Monaten an einer flexibleren Gestaltung des Mietbeginns arbeiten, was wegen der zugrunde liegenden Finanzierungsstruktur bis dato nicht ohne Weiteres möglich gewesen sei. „Letztlich soll es nicht das Problem des Kunden sein, wenn der Zählertausch sich verzögert. Wir haben bereits in der Vergangenheit zahlreiche Schritte unternommen, um die Inbetriebnahme der Solaranlagen zu beschleunigen. In letzter Konsequenz haben wir uns 2016 als Messstellenbetreiber zertifizieren lassen“, stellte MEP-Geschäftsführer Konstantin Strasser klar. Trotzdem dauere der Prozess der Inbetriebnahme bei einigen wenigen Kunden noch zu lange. „Als Vermieter, der die Solaranlage über 20 Jahre vorfinanziert, ist es unser ureigenstes Interesse, dass die Solaranlage schnell ans Netz kommt und der Kunde vom eigenen Solarstrom profitieren kann“, so der Solarstrom-Unternehmer. „Die Verzögerungen, welche sich in den letzten sechs Monaten aus mehreren Gründen ergeben haben, wurden bereits in großen Teilen abgearbeitet. Nichtsdestotrotz nehmen wir die Situation ernst und arbeiten an einer Lösung im Sinne unserer Kunden.“

Die Entwicklung bei den MEP Werken beobachtet vor dem Hintergrund der Kritik der Verbraucherschützer auch das Nachrichtenportal „Hessen Depesche“ aufmerksam. Unter der Überschrift „Wie Konstantin Strasser aus der Kritik von Verbraucherschützern ein tolles Solarsystem konzipierte“ hieß es dort jüngst: „Nach Kritik einiger Verbraucherschutzverbände gelang es Strasser, das neue Solaranlagenkaufmodell mit Speicher für Kunden noch attraktiver zu gestalten – höhere Wirtschaftlichkeit, höhere Unabhängigkeit und mehr Eigenverbrauchsleistung machten die MEP Werke aus einer kurzen Krise heraus noch wettbewerbsfähiger.“ Im Gespräch mit der „Hessen Depesche“ zeigte sich der MEP-Geschäftsführer hochmotiviert und zuversichtlich: „Innerhalb kürzester Zeit konnten wir ein deutschlandweites Montagepartner-Netzwerk aufbauen. Wir setzen ganz aufs Handwerk in der Heimat unserer Kunden. Regionale Fachpartner und auf Wunsch sogar der Handwerksmeister um die Ecke eines jeden Kunden können nun die Montagearbeiten übernehmen.“

Mit ihrem neuen Kundenkonzept, das auch der Verbraucherschutz-Kritik aus Nordrhein-Westfalen Rechnung trägt und die Fähigkeit zur unternehmenspolitischen Selbstkorrektur zeigt, weckt die MEP Werke GmbH inzwischen sogar das Interesse institutioneller Investoren, die ein Standbein im Solarmarkt für Privatkunden haben wollen. Immer mehr Hauseigentümer sind bestrebt, mit einer gekauften oder eben gemieteten Solaranlage langfristig eigenen Ökostrom zu erzeugen und so einen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten. Auf Nachfrage betonten die MEP Werke, dass der Mietpreis sämtliche Leistungen von der individuellen Beratung und Planung über die Montage bis zur servicestarken Wartung und einer All-Risk-Versicherung für die gesamte Mietdauer umfasse. Den Kunden biete man nach Abstellung des bekannt gewordenen Fehlers ein Rundum-Paket ohne Zusatzkosten.

Letzte Änderung am Mittwoch, 05 Dezember 2018 18:07
Artikel bewerten
(11 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten