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Kassenärztliche Bundesvereinigung erzwingt:

Mehr Geld für Kassenärzte!

Freitag, 29 August 2014 14:40 geschrieben von  Sandra Weiss
Mehr Geld für Kassenärzte! Quelle: pixabay.com

Berlin - Überraschend schnell einigten sich am Mittwoch nach nur zwei Verhandlungsrunden Ärzteschaft und Kassen auf eine Honorarerhöhung in Höhe von 800 Millionen Euro für das Jahr 2015. Diese bedeuten für die  rund 162.000 niedergelassenen Ärzten und Physiotherapeuten ein rein rechnerisches Plus von 4900 Euro pro Mediziner.

Dass es so schnell zu einer Übereinkunft kam, überrascht angesichts der Tatsache, dass die 800 Millionen Euro weit hinter den von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) für ihre Ärzte geforderten 5 Milliarden Euro zurückbleibt. KBV-Chef Andreas Gassen betonte, dass es sich bei den 5 Milliarden Euro jedoch um ein stufenweise zu erreichendes Fernziel handele und man deshalb ohne konkrete Forderungen in die Verhandlungen gegangen sei.

Demnach entfallen 132 Millionen Euro der Gesamtsumme auf die Erhöhung der Pauschalen für die fachärztliche Grundversorgung, weitere 132 Millionen Euro stünden für die Finanzierung von Leistungen qualifizierter nichtärztlicher Praxisassistenten und vor allem für Hausbesuche bereit.

Während sich die Chefin der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Doris Pfeiffer freut, "dass es neben der allgemeinen Honorarerhöhung eine Förderung der für viele kranke Menschen so wichtigen Hausbesuche gibt", kritisiert der Vorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, NAV-Virchow-Bund, Dirk Heinrich, dass "keines der von der KBV gesteckten Ziele erreicht worden" sei. "Ein Ende der Budgetierung ist nicht in Sicht. Selbst die Angleichung des Orientierungspunktwertes gleicht nicht einmal die Inflationsrate aus.“ So wie die Verhandlungen in diesem Jahr gelaufen seien, könne es nicht weitergehen. Derzeit würden rund zehn Prozent der ärztlichen Leistungen gar nicht abgegolten, was 2013 rund 2,3 Milliarden Euro entsprach. Als Richtwert für die Anhebung der Vergütung würde das Gehalt eines Oberarztes mit 133 000 Euro dienen. Um als Kassenarzt ein vergleichbares Einkommen zu erlangen, müssten rund drei Milliarden Euro zusätzlich von den gesetzlichen Krankenkassen ins System gegeben werden, was bei dem derzeitigen Mehreinnahmen der GKV durchaus problemlos möglich wäre. Die errungene Erhöhung müsse gemessen werden an der Lohnentwicklung der Praxishilfen, den steigenden Energiekosten und den Mietentwicklungen, welche die Ärzte abzugelten haben. Niedergelassene Ärzte müssten gerade in der derzeit zum Teil prekären Mangellage einen Anreiz bekommen, das Risiko und die mit einer eigenen Praxis verbundene Mehrarbeit auf sich nehmen zu wollen. Dies gehe nur über eine entsprechende Vergütung, welche bei der diesjährigen Verhandlung definitiv nicht erreicht wurde.

Letzte Änderung am Freitag, 29 August 2014 14:48
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