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Dubaier Projektfinanzierer unterstützt auch deutsche Start-ups

Frank Kahn und Aras Group DWC LLC bewahrten Industriemanager Frieder C. Löhrer vor Fehlinvestition

Mittwoch, 27 Juni 2018 15:37 geschrieben von 
Frieder C. Löhrer Frieder C. Löhrer

Dubai – Das „Handelsblatt“ geriet regelrecht ins Schwärmen: „Es gibt Menschen, die haben ein Luxusproblem: Sie haben zu viele Talente. Frieder Löhrer ist so ein Mensch. Er ist ein virtuoser Musiker, ein hervorragender Maschinenbauer und ein glänzender Manager. Dieser Wanderer zwischen den Welten wechselt ab Juni überraschend vom Chefposten des schwäbischen Luxusmöbelherstellers Rolf Benz an die Spitze des fränkischen TV-Geräteherstellers Loewe.“ Wer ist der Mann, der Rainer Hecker als „ewigen Mr. Loewe“ beerbt, fragte die renommierte Wirtschafts- und Finanzzeitung. Das „Handelsblatt“ schrieb weiter: „Auch beim schwäbischen Luxus-Möbelhersteller Rolf Benz hat Löhrer, den ein Branchenkenner ‚für einen der besten Manager der Möbelindustrie‘ hält, einen guten Eindruck hinterlassen. Er brachte dieses Flaggschiff der Branche wieder auf Kurs. ‚Volle Konzentration auf die Wertigkeit der Hauptmarke‘ ist seine Devise, mit der er schließlich den Turn-around geschafft haben soll.“ Über solche Zeilen kann sich ein Erfolgsmanager wie Frieder Löhrer, den gute Bekannte als geselligen Hobbykoch und Weinexperten kennen, nur freuen.

Das einzige Problem ist, dass der Artikel im Januar 2008 erschien und damit mehr als zehn Jahre alt ist. Seitdem hat Frieder C. Löhrer beruflich und politisch einiges erlebt. Im Online-Lexikon „Wikipedia“ ist über seine Aktivitäten nach dem Ausscheiden bei der Loewe AG zu lesen: „Von 2011 bis 2012 war Löhrer Mitglied des Vorstandes der Stremler AG, Lindau, einem Beratungsunternehmen, spezialisiert auf Logistik und Liefersysteme (Supply-Chain-Engineering) und war dort als Projektmanager mit dem Schwerpunkt auf Marken- und Distributionsunternehmen tätig. Seit März 2015 ist Löhrer strategischer Investor und Mitglied des Beirats der neu gegründeten Paschen GmbH, Wadersloh, dem Marktführer bei individuell gestalteten Bibliotheken. Seit 2010 ist Löhrer Aufsichtsratsvorsitzender der Lens AG, Leipzig, die Unternehmens- und Prozessanalysen insbesondere für mittelständische Maschinenbau-Unternehmen einschließlich Interimsmanagement, Coaching und Projektmanagement anbietet. Ein Aufsichtsratsmandat besitzt Löhrer auch bei der Quants Vermögensmanagement AG, Nürnberg.“ Auf der aktualisierten Internetseite des fränkischen Vermögensverwalters wird er zwar nicht als Aufsichtsratsmitglied aufgeführt. Ein Bild zeigt ihn aber im vertrauten Gespräch mit dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Franz Schreyer.

Zuletzt versuchte sich Löhrer auch in der Politik. Bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl im letzten Jahr kandidierte er für die Freien Demokraten im Wahlkreis 112/Dortmund II. Da er nur auf einen hinteren Platz der FDP-Landesliste gewählt worden war und das Direktmandat verfehlte, blieb ihm der Einzug in den Landtag verwehrt.Auf Internetseiten der FDP tauchte ein Foto von ihm zusammen mit Parteichef Christian Lindner auf, was für seine gute Vernetzung in der Partei spricht. Als der WDR auf einer Landtagswahlseite die einzelnen Kandidaten vorstellte, nannte Frieder C. Löhrer als eines seiner drei zentralen Handlungsfelder die tatkräftige Förderung des unternehmerischen Nachwuchses. Der 62-Jährige wurde mit der Aussage zitiert: „Ich werde pro Monat bis zu drei Gründer oder Gründerinnen bei ihrem Vorhaben engst begleiten. So entstehen konkret Arbeitsplätze.“ Im Internet beschrieb die Dortmunder FDP das Credo ihres Kandidaten so: „Mehr Gründer! Jede große Idee hat einmal klein angefangen. Jedes erfolgreiche Unternehmen auch. Deshalb setzt Frieder C. Löhrer darauf, Gründer zu fördern.“ Auch auf Wahlplakaten stand unter dem Konterfei des Liberalen: „Gründer fördern: Machen wir Ideen zu Arbeitsplätzen.“

Diese Affinität zur Gründerszene brachte den gebürtigen Aachener vermutlich auch in Kontakt zu Frank Kahn, dem Key-Account-Profi des Darlehensvermittlers und Projektfinanzierers Aras. Die in Dubai ansässige Aras Group DWC LLC ist in den Sparten Beteiligungen, Warenhandel, Unternehmensberatung, Logistik, Investments und Immobilien tätig. Zu dem international bestens vernetzten Unternehmensverbund gehören die Aras Investment and Participation Ltd., die Aras Logistic and Distribution Ltd., die Aras Trading and Services Ltd., die Aras Consulting and Advisory Ltd. und die Aras Properties Ltd.

Frank Kahn agiert im deutschsprachigen Raum als Investitionsvermittler des Dubaier Unternehmens und organisiert für den europäischen Markt Petrodollar aus der arabischen Welt. So verschaffte der gewiefte Key-Account-Manager schon zahlreichen deutschen Start-ups das nötige Gründungs- und Wachstumskapital. Kahn soll Vertrauensperson mehrerer reicher Familien vom Golf sein, die das finanzielle Rückgrat der Aras Group bilden. Dem Vernehmen nach lässt der Deutsche gerade seine exzellenten europäisch-arabischen Wirtschaftskontakte spielen, um reichlich Anlagekapital für das sogenannte Pulse-Projekt und das Warsan Village in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu vermitteln. Diese renditeträchtigen Projekte, in deren Mittelpunkt der Bau nobler Stadtwohnungen mit einem ausgefeilten Lifestyle-Konzept steht, befinden sich auf der geschäftlichen Agenda der Aras Group derzeit ganz oben.

Doch zurück zu Frieder Löhrer: Ihm soll im Zuge eines Investitionsprojektes die Aras Group DWC LLC empfohlen worden sein, weil die Araber auch in Europa zahlreiche Projekte mitfinanzieren. So reichte Löhrer einen Finanzierungsantrag über 50 Millionen Euro ein und wurde dabei von Frank Kahn betreut, der sämtliche Finanzierungsanfragen aus Deutschland bearbeitet. Realisiert wurde das Geschäft aber nicht, weil die Research-Abteilung der Aras versteckte Risiken entdeckte und Löhrer vor diesen warnte. Dazu erklärte die Aras Group auf ihrer Internetseite: „Herr Frieder Löhrer ist ein Kunde der Aras-Group und hat entgegnen den Verleumdungen in den Rufmordseiten des R. von H. zu keinem Zeitpunkt versucht, die Aras-Group um einen Betrag in Höhe von 50.000.000 Euro zu betrügen. Richtig ist, dass Herr Löhrer einen Finanzierungsantrag bei der Aras-Group eingereicht hat. Dieser wurde einer due dilligence-Untersuchung unterzogen, wobei festgestellt werden konnte, dass Herr Löhrer einem gigantischem Betrug zu seinem Nachteil aufgesessen wäre. Aus diesem Grund zog Herr Löhrer seinen Finanzierungsantrag zurück.“

Laut Medienberichten ist der frühere Industriemanager nun auch für die Aras Group DWC LLC im Bereich der Risikokapital-Vermittlung tätig geworden.

So einige haben offenbar mit ARAS gute Erfahrungen gemacht.

Letzte Änderung am Mittwoch, 04 Juli 2018 20:51
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