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Aufschwung der Baubranche wird über das Jahr 2020 hinaus anhalten

Exporo AG: Simon Brunke und Björn Maronde stützen mit digitalen Immobilieninvestments Aufschwung am Bau

Dienstag, 18 Dezember 2018 16:59 geschrieben von 
Simon Brunke ist Gründer und Vorstand der Exporo AG Simon Brunke ist Gründer und Vorstand der Exporo AG Quelle: Screenshot vom 18.12.2018 - https://exporo.de/bestand/

Hamburg – Immobilieninvestments sind beliebter denn je, weil die Nachfrage nach hochwertigem, aber gleichzeitig bezahlbarem Wohnraum weiter zunimmt. Die deutsche Baukonjunktur befindet sich weiterhin in einem robusten Aufschwung, der nach Expertenmeinungen noch mindestens drei Jahre anhalten wird. Trotz aller Bauaktivitäten dürfte auch im Jahr 2018 weit weniger Wohnraum fertiggestellt worden sein als erforderlich wäre.

Die Chefs des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) und des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) sind überzeugt, dass die Bauwirtschaft auch im kommenden Jahr weiter wachsen wird. HDB-Präsident Peter Hübner und Reinhard Quast vom ZDB rechnen mit einem Umsatzwachstum von sechs Prozent gegenüber den fünf Wachstumspunkten des endenden Jahres. Der Erlös der Baubranche werde damit auf 128 Milliarden Euro und die Mitarbeiterzahl von derzeit etwa 820.000 auf 850.000 steigen. Diese Zahlen beziehen sich auf die Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern. Für Peter Hübner ist es eine ausgemachte Sache, dass der Aufschwung über das Jahr 2020 hinaus anhalten wird: „Wir sehen in den nächsten drei Jahren keine Änderungen.“ Selbst Risikofaktoren wie der Brexit und Handelskriege, die in anderen Branchen Panik auslösen, können der positiven Umsatzentwicklung der deutschen Bauwirtschaft nach Einschätzung des HDB und des ZDB nichts anhaben. Für den theoretischen Fall, dass die deutsche Wirtschaft ihre Bautätigkeit wegen Schwierigkeiten auf den Exportmärkten zurückfährt, würden der private Wohnungsbau und öffentliche Infrastrukturprojekte mögliche Rückgänge auffangen. Für 2019 rechnen Branchenexperten im Wohnungsbau mit einem nominalen Umsatzwachstum von 5,5 Prozent. Das entspräche etwa 320.000 neuen Wohneinheiten, was trotzdem unter dem von der Politik angepeilten Ziel von 350.000 Neu-Wohnungen läge. Aus verschiedenen Gründen wird das Bauen für Bauherren immer teurer. In diesem Jahr zogen die Preise nach 3,6 Prozent im Vorjahr um 4,5 Prozent an.

Den Investitionswünschen von Anlegern und dem steigenden Kapitalbedarf von Bauherren trägt das sogenannte Immobilien-Crowdinvesting Rechnung. Das Crowdinvesting – abgeleitet aus den englischen Wörtern „Crowd“ (Menschenmenge) und „Investing“ (investieren) – zielt auf gemeinschaftliche Immobilieninvestitionen vieler meist kleiner Investoren. In Form der Schwarmfinanzierung können diese Kleinanleger einfach und direkt in professionelle Immobilien ihrer Wahl investieren und sich damit ein eigenes Immobilien-Portfolio aufbauen. Die Betreiber der Online-Marktplätze, auf denen Geldgeber und Geldnehmer für konkrete Bauprojekte zusammenfinden, sichern nicht selten Renditen von bis zu sechs Prozent im Jahr zu.

Die erfolgreichste und durch überregionale Werbung bekannteste Crowdinvesting-Plattform für Immobilieninvestments ist die Hamburger Exporo AG. Die Unternehmensidee entstand 2013 aus der Einsicht, dass viele Immobilienentwickler nach alternativen Finanzierungsquellen suchen, weil Banken wegen strengerer Regulierungsvorgaben vor Projektfinanzierungen zurückschrecken und viel zu bürokratisch agieren. Gleichzeitig gibt es viele Privatanleger, die mit kurzen Laufzeiten und hohen Renditen in den boomenden Immobilienmarkt investieren wollen. Im November 2014 gründeten Simon Brunke, Dr. Björn Maronde, Julian Oertzen und Tim Bütecke die Exporo AG und gingen schon einen Monat später mit der gleichnamigen Immobilien-Crowdinvesting-Plattform online.

Mit Beträgen ab 1.000 Euro kann man dort in zahlreiche Projekte investieren, die über 30 Immobilienexperten geprüft und für seriös befunden haben. Der Erfolg gibt ihnen recht. Nach eigenen Angaben hat das in der Hamburger HafenCity ansässige FinTech bislang 158 Immobilienprojekte durchfinanziert, dabei ein Investitionsvolumen von 291 Millionen Euro vermittelt und schon mehr als 86 Millionen Euro an die Anleger zurückgezahlt. Unlängst teilte man mit: „In den ersten neun Monaten des Jahres 2018 konnten Anleger in 54 unterschiedliche Immobilienprojekte auf der Plattform investieren, wobei die sechs schnellsten Fundings jeweils nach weniger als einer Stunde beendet waren. 6,062 Millionen Euro – also knapp 17.000 Euro pro Minute – investierten Anleger dabei unter anderem in Wohnungsneubauten, zwei Seniorenresidenzen und eine Kindertagesstätte.“ Des Weiteren habe man mehrere Objekte in Berlin, Hannover, Hamburg, Mannheim und Hürth bei Köln erworben.

Die Investitionen erfolgen meist in Form eines zweckgebundenen Nachrangdarlehens an den Projektträger, mit dem der Anleger eine Vertragsbeziehung eingeht. Mit der Forderung ist der Anspruch auf eine jährliche Festverzinsung mit einer bestimmten Laufzeit verbunden. Bei vielen renditeversprechenden Investments sind solche Nachrangdarlehen üblich. Kleininvestoren sollte aber bewusst sein, dass diese Darlehensform bedeutet, dass im Insolvenzfall des Kreditnehmers die eigenen Ansprüche erst nachrangig erfüllt werden, weil es vorrangig behandelte Gläubiger gibt. Die Auszahlungsmodalität der Zinsen ist abhängig von der Art des Immobilienprojektes: Bei Neubauten erfolgt sie meistens endfällig, bei Bestandsimmobilien in der Regel jährlich oder quartalsweise.

Die norddeutschen Crowdinvesting-Profis bieten mit „Exporo Bestand“ und „Exporo Finanzierung“ zwei unterschiedliche Investmentmöglichkeiten an. Beim ersten Modell beteiligt man sich wie ein Eigentümer an ertragsstarken Bestandsimmobilien und profitiert von Mietüberschüssen und Wertentwicklungen. Zugesagt wird eine jährliche Ausschüttung zwischen drei bis sechs Prozent aus den Mieteinnahmen und einer Wertsteigerungsbeteiligung. Der Anlagehorizont ist langfristiger Natur, das Investment über den Exporo-Marktplatz aber jederzeit handelbar. Immobilien bei „Exporo Bestand“ werden jeweils zur Hälfte durch die Anleger und durch ein Bank-Darlehen finanziert. Unternehmensseitig heißt es dazu: „Die Anleger haben keinen Aufwand, müssen sich nicht um die Weiterentwicklung, Vermietung und Instandhaltung kümmern und sind grundsätzlich nicht an die Immobilie gebunden, denn sie können jederzeit ihre Anteile auf dem Exporo-Handelsplatz wieder veräußern.“ Bei der Bewirtschaftung von Bestandsimmobilien greift Exporo auf ein Netzwerk von markterfahrenen Partnerunternehmen zurück. So managt die OMEGA Immobilien Gruppe seit dem 1. November 2018 für Exporo ein Quartier für betreutes Wohnen in Hürth südwestlich von Köln. Zu dem 2012 erbauten Objekt mit 4.650 Quadratmetern Nutzfläche gehören 55 Wohn- und zehn Gewerbeeinheiten sowie 49 Stellplätze. Zusätzlich zum Property Management kümmert sich OMEGA um die Vermietung des Gebäudes. Die Objektbetreuung selbst übernehmen die Mitarbeiter der OMEGA Immobilien Management GmbH mit Sitz in Köln. Auftraggeber des noch im Funding befindlichen Objektes ist die Exporo Hürth GmbH als 100-prozentiges Tochterunternehmen der Exporo AG.

Beim zweiten Investmentmodell steigt man bei den Immobilienprojekten von professionellen Projektentwicklern ein und profitiert kurzfristig vom Projekterlös. Reizvoll ist eine endfällige Verzinsung von vier bis sechs Prozent pro Jahr mit kurzen Laufzeiten zwischen 12 und 36 Monaten. Erklärt wird dieser typische Crowdinvesting-Ansatz so: „Zur Realisierung von Immobilienprojekten benötigen Projektentwickler kurzfristig viel Kapital, das sie aufgrund von gestiegenen Regulierungen nur zum Teil von den Banken erhalten. An dieser Stelle setzt ‚Exporo Finanzierung‘ ein. Hierbei schließen sich viele Investoren über die Exporo-Plattform zusammen, um gemeinsam das Projekt mitzufinanzieren und aus den Projekterlösen eine attraktive Rendite zu erzielen.“

Mit seinen Vermittlungsdiensten zwischen Immobilieninvestoren und Projektgesellschaften ist das Unternehmen um Gründer und Vorstand Simon Brunke gleichermaßen Antreiber und Profiteur des Baubooms, der noch einige Jahre andauern wird.

Letzte Änderung am Dienstag, 18 Dezember 2018 18:02
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