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Fondsanbieter managt Immobilien im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro

Dr. Georg Reul steht für nötigen Neustart bei Hamburg Trust

Mittwoch, 21 März 2018 15:14 geschrieben von 
Dr. Georg Reul, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hamburg Trust Dr. Georg Reul, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hamburg Trust Quelle: http://hamburgtrust.de

Hamburg - Vor über einem Jahr geriet die Hamburg Trust REIM Real Estate Investment Management GmbH in schwere See, als bekannt wurde, dass gegen den damaligen Geschäftsführer Dirk Hasselbring ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Treuebruchs eingeleitet worden ist. Gleich mehrere Klagen sollen gegen die Investmentgesellschaft damals eingereicht worden sein. Zum Kerngeschäft von Hamburg Trust gehören Investments in Wohnimmobilien einschließlich Mikroapartments und Studentenwohnungen sowie Spezial-Immobilien an exklusiven Standorten, zum Beispiel Bürokomplexe, Shopping-Center und Seniorenwohnheime. Der seit 2007 tätige Immobilien-Investment- und Asset-Manager verfügt über eine Kapitalverwaltungsgesellschaft mit BaFin-Zulassung. Der Fondsanbieter teilt mit, derzeit Immobilien im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro für institutionelle und private Anleger zu managen.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg nahm insbesondere die ab 2007 aufgelegten FinestSelection Fonds I und II unter die Lupe, mit denen man sich an Immobilien-Investments der US-amerikanischen Paramount Group Inc. beteiligte. Paramount-CEO Albert Behler brachte die Fonds zur großen Überraschung der Anleger als Real Estate Investment Trusts (REIT) an die Börse. Dem Düsseldorfer Finanzmarktmagazin „kapital-markt intern“ zufolge verringerte sich das eingebrachte Eigenkapital vor dem Börsengang von rund 2,7 Milliarden US-Dollar auf etwa 1,2 Milliarden Dollar, was die Paramount Group mit internen Sonderkosten und Wertabschlägen begründete. Im Februar 2017 ging „kapital-markt intern“ auf die Folgen für die deutschen Anleger ein und schrieb: „So mussten auch anteilsmäßig die deutschen Fondsanleger ansehen, wie ihr Eigenkapital den Bach runterging, ohne dass HT-Geschäftsführer Hasselbring eingriff und den US-General Partner bspw. aus wichtigem Grund ausbremste in Form einer Abberufung. Denn noch vor den REIT-Plänen übernahm jener Paramount Group-Boss Behler mittel- und unmittelbar 100 Prozent der Anteile an Hamburg Trust, womit ein möglicher Interessenkonflikt offenkundig war.“Die Vorwürfe gegen das norddeutsche Immobilien-Investmenthaus schienen so stichhaltig zu sein, dass das Hamburger Landgericht die Klagen annahm. 

Um glaubwürdiger die Interessen der deutschen Fondsanleger vertreten zu können, wurde ein personeller Neuanfang bei Hamburg Trust unumgänglich. So musste Geschäftsführer Dirk Hasselbring im letzten Jahr seinen Hut nehmen und Platz für Dr. Georg Reul machen. Als neuer Vorsitzender der Geschäftsführung hat sich der 1967 Geborene nicht nur um Schadensbegrenzung bemüht, sondern einen geschäftspolitischen Neustart hingelegt, um das erschütterte Anlegervertrauen zurückzugewinnen. Seine berufliche Vita kann dabei als Trumpfkarte gelten, denn Reul ist seit über 25 Jahren in Führungspositionen der Immobilien- und Fondsbranche tätig und hat sich laut Branchenkennern schon viele Meriten verdient. Im Fokus seiner Tätigkeit standen das Immobilien-Management, die Beratung institutioneller Anleger und Fragen der strategischen Unternehmensentwicklung. Zu den von Georg Reul bekleideten Führungspositionen an der Schnittstelle von Kapitalmarkt und Asset Management gehört unter anderem die Vorstandstätigkeit bei der IVG Immobilien AG, wo er für den Auf- und Ausbau des Fondsgeschäftes für private und institutionelle Anleger zuständig war. Dann wurde er Vorstand des Immobilienprojektentwicklers Frankonia Eurobau AG, Vorsitzender der Geschäftsführung des Fondsspezialisten KGAL und Manager bei Peakside Capital. 

Als Vorsitzender der Geschäftsführung von Hamburg Trust versammelt er Investmentexperten seines Zuschnitts um sich. Im Oktober letzten Jahres unterstrich er mit Neueinstellungen die feste Absicht, das institutionelle Geschäft weiter auszubauen. Nach eigenen Angaben verwaltet man derzeit vier Fonds für institutionelle Kunden, darunter Versicherungen, Stiftungen, Vermögensverwaltungen und berufsständische Versorgungswerke.

Die neu geschaffene Position als Leiterin Investor Relations übernahm Margret Schulenburg. Die 44-Jährige verfügt über langjährige Erfahrung im Immobilien- und Fondsgeschäft und war vor ihrem Wechsel nach Hamburg als Geschäftsführerin der aik Immobilien-Investmentgesellschaft mbH in Düsseldorf tätig. Fast zeitgleich wurde Florian Howe bei Hamburg Trust neuer Senior Investment Manager. Howe war über einen Zeitraum von zehn Jahren in verschiedenen Positionen für die Warburg/HIH-Gruppe aktiv, zuletzt als Senior Transaction Manager. In dieser Eigenschaft trug er die Verantwortung für An- und Verkäufe in Süddeutschland mit einem Gesamtvolumen von rund 1,3 Milliarden Euro. Georg Reul sagte zu den Neuzugängen: „Die Verstärkung ist die logische Konsequenz unserer Wachstumsstrategie.“ Seit Anfang dieses Jahres verstärkt Oliver Priggemeyer in der Funktion des Chief Operating Officer (COO) die Geschäftsführung. Der 48-Jährige hat sich durch Leitungserfahrungen in der Immobilienbranche großes Know-how erworben und war beispielsweise Vorstand der Office First Immobilien AG und der IC Immobilien Holding AG. Priggemeyers Aufgabe bei seinem neuen Arbeitgeber ist der Auf- und Ausbau von Immobilien-Portfolios für institutionelle Investoren.

Mit dem Kauf von zwei Bürogebäuden und einem Studentenwohnheim im Esslinger „Hengstenberg-Areal“ hat Hamburg Trust im letzten Herbst aufhorchen lassen. Das Gebäude-Ensemble ist nahezu vollständig vermietet. Besonders das Wohnheim mit seinen 86 Wohnplätzen und 45 Apartments garantiert wegen seiner langfristigen Vermietung an das Stuttgarter Studierendenwerk eine große Ertragssicherheit. Das Objekt wurde für einen bei Universal-Investment aufgelegten Immobilien-Spezialfonds erworben. Hamburg Trust übernimmt das Asset Management für die Immobilie, hinter deren Kauf ein deutsches Versorgungswerk stehen soll. Auf dem etwa 12 Hektar großen Gelände des ehemaligen Hengstenberg-Firmengeländes und des früheren Güterbahnhofs entsteht mit Anlegergeldern eine neue Gastronomie-, Dienstleistungs- und Gesundheitsinfrastruktur, die von dem in unmittelbarer Nähe neu entstehenden Esslinger Hochschul-Campus profitieren soll.

Nach den überstandenen Turbulenzen um Ex-CEO Dirk Hasselbring verströmt die neue Geschäftsführung unter Georg Reul Zuversicht und versichert: „Oberste Maxime ist für uns der Interessengleichklang mit unseren Investoren. Honorarfairness ist für uns nicht nur ein Lippenbekenntnis: die Vergütungen des Asset- und Fonds-Managements fließen erfolgsabhängig. So haben wir ein substanzielles, weil monetäres Interesse an einer guten Performance der Beteiligung während und am Ende der Laufzeit. Davon profitieren unsere Anleger.“

Letzte Änderung am Mittwoch, 21 März 2018 15:27
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