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Investitionen in die Sanierung und Vermietung von Denkmalgebäuden

Dolphin Trust: Charles Smethurst und Helmut Freitag begeistern sich für die Sanierung von Denkmal-Immobilien

Montag, 24 September 2018 21:31 geschrieben von 
Dolphin-Gründer Charles Smethurst (links), Dolphin-Geschäftsführer Helmut Freitag Dolphin-Gründer Charles Smethurst (links), Dolphin-Geschäftsführer Helmut Freitag Quelle: Screenshot vom 25.09.2018 - https://www.dolphin-trust.com/wer-wir-sind/

Langenhagen – Denkmalschutz hat in Deutschland eine lange Tradition und wird als öffentliche Aufgabe von großer kulturgeschichtlicher Bedeutung verstanden. Das stellt Städte und Gemeinden im Umgang mit Denkmälern und historischer Bausubstanz mitunter vor Probleme. Wegen der hohen Instandsetzungskosten und vielen baurechtlichen Vorgaben empfinden manche Kommunalverantwortliche Denkmalschutz eher als Last denn als Lust.

Für das Bayerische Amt für Denkmalpflege sind Denkmäler die „historische DNA“ eines Ortes, die dessen Identität prägen. Der Denkmalexperte Herbert Bloß, der auch Marktbaumeister im mittelfränkischen Cadolzburg ist, sagte dazu jetzt in einem Interview: „Die Bauhistorie und die Baukultur prägen eine Kommune, wie beispielsweise das Grün. Dabei geht es nicht immer nur um das Ortszentrum, sondern in den Außenorten auch um die Dorfkerne, die uns immer mehr verloren gehen. Sie sterben ab, das ist wie bei einem morschen Baum. Die jungen Leute wollen außen herum neu bauen und innen verfallen oft die bäuerlichen Anwesen mit ihren großen Scheunen. Auch da könnte das Denkmalkonzept helfen. Eine Gemeinde könnte sich – der erste Schritt wäre ja die denkmalfachliche Bestandsaufnahme – bewusst werden, was sie hat.“

Viele Privateigentümer schrecken vor Baumaßnahmen zurück, weil sie fürchten, dass ihr Gebäude in die Denkmalschutzliste aufgenommen wird und ihnen der Gesetzgeber dann alles Mögliche vorschreibt. Laut Marktbaumeister Bloß muss das aber nicht so sein. Der Liebhaber alter Bausubstanz erläutert am Beispiel seiner Gemeinde: „Nach einer Bestandsaufnahme historischer Bausubstanz durch die Gemeinde muss man die weiteren Schritte überlegen, also wie man damit umgeht. Dokumentiere ich lediglich alles in einem Kataster? Was lasse ich in die Denkmalschutzliste eintragen? Mache ich ein Sanierungsgebiet? Wie wirke ich auf die Eigentümer ein? Wir haben beispielsweise im Altort keine Gestaltungssatzung, mit der wir den Eigentümern bestimmte Baumaterialien oder Farben vorschreiben. Wir haben ein kommunales Förderprogramm. Wer ein Haus sanieren will, muss ein externes Büro beauftragen, dann wird geklärt, was förderfähig ist. Von der Gemeinde gibt es dafür 5.000 Euro. Wer das nicht tut und einfach Kunststoff-Fenster einbaut, der bekommt nichts.“

Das Bayerische Amt für Denkmalpflege will Gemeinden wie Cadolzburg mit seinem Kommunalen Denkmalkonzept bei Sanierungsmaßnahmen professionelle Hilfestellung geben. Über diese Expertise verfügt bereits seit vielen Jahren die Dolphin Trust GmbH. Das Unternehmen aus Langenhagen bei Hannover hat sich auf die Instandsetzung von Denkmalgebäuden als hochwertige Wohnobjekte spezialisiert. Nach eigenen Angaben verwaltet man derzeit ein Immobilien-Portfolio von rund 60 Objekten mit einem Investitionsvolumen von etwa einer Milliarde Euro. Der Denkmalsanierer übernimmt vom Immobilienkauf über das Nutzungskonzept bis zur Verwaltung und Vermietung alle Einzelschritte der erfolgreichen Immobilienbewirtschaftung. Zur sachgerechten Sanierung von Denkmal-Immobilien arbeitet der Projektentwickler eng mit Architekten, Denkmalexperten und Bauunternehmen zusammen und sichert dabei neben Rechts- und Finanzierungssicherheit auch die Einhaltung aller baulichen und technischen Standards zu.

Die 60 von Dolphin verantworteten Immobilienprojekte befinden sich im ganzen Land: „Vom Schwarzwald im Süden bis zur Hansestadt Hamburg und Flensburg im Norden, von Köln und Baden-Baden im Westen bis nach Leipzig im Osten – überall prägen von uns rekonstruierte Denkmale die Stadtbilder und zeigen eindrucksvolle Baugeschichte. Wohnhäuser aus dem 18. Jahrhundert gehören dazu ebenso wie imposante, große Verwaltungsgebäude aus der Gründerzeit, historische Militäranlagen aus dem 19. und 20. Jahrhundert sowie stattliche Industriegebäude der jüngeren Vergangenheit.“

Gegründet wurde die Dolphin Trust GmbH vom Deutsch-Briten Charles Smethurst, der jahrelang auch als erster Geschäftsführer tätig war. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften in Köln trat er in ein großes europäisches Handelsunternehmen ein und übernahm dort unterschiedliche Führungspositionen. Nach zwanzigjähriger Konzernerfahrung gründete Smethurst ein eigenes Unternehmen und etablierte sich als Immobilienkaufmann. Mit der Marke Dolphin will er solchen Investoren renditeträchtige Anlagemöglichkeiten bieten, die sich für die Erhaltung, Sanierung und Verwertung denkmalgeschützter Immobilien begeistern können.

Bis vor Kurzem war Helmut Freitag als zweiter Geschäftsführer des Immobilienentwicklers tätig. Nun weist die Internetseite von Dolphin Trust den 1955 Geborenen als alleinigen Geschäftsführer aus. Nach seinem Wirtschaftsabitur absolvierte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann und studierte anschließend Wirtschaftswissenschaften sowie Englisch und Spanisch. Mit diesem akademischen Rüstzeug arbeitete Freitag in den USA und Deutschland zunächst als Börsenmakler und Anlageberater. Nach der Betreuung des Fondsgeschäftes bei Bankhäusern wurde er Partner eines der führenden deutschen Immobilienunternehmen im Bereich der Gebäudesanierung und des sozialen Wohnungsbaus. Seit 2013 arbeitet Helmut Freitag für die Dolphin Group und wurde 2015 zweiter Geschäftsführer der Dolphin Trust GmbH mit der Verantwortung für Verwaltung und Controlling, Marketing und IT sowie Recht und Personal.

Das vorgenannte Bayerische Landesamt für Denkmalpflege schreibt in einer seiner Publikationen zu finanziellen Fördermöglichkeiten und Steuererleichterungen: „Immer noch sind viele Vorurteile in der Welt, wenn es um den Erhalt von Denkmalen geht. Die einen glauben, der Denkmalschutz bedeute die Käseglocke und das absolute Veränderungsverbot, die anderen halten die Kosten einer Denkmalinstandsetzung für unkalkulierbar und unzumutbar. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Denkmäler werden immer wieder verändert und einer neuen Nutzung angepasst.“ Kein Denkmalpfleger fordere die Erhaltung verfaulter Deckenbalken, und kein Denkmalpfleger „hält einen auf dem Küchenofen gewärmten Ziegelstein für die denkmalgerechte Schlafzimmerheizung“. Selbstverständlich gehöre eine zeitgemäße Haustechnik zu einem Denkmal. Aber die Behörde gibt zu bedenken: „Beim Denkmal müssen wir sensibel vom Vorhandenen ausgehen. Wir müssen mit und aus den Gegebenheiten der Geschichte das Neue formen. So tragen wir das Alte im Neuen in die Zukunft.“ Das würden auch die Denkmalsanierer Charles Smethurst und Helmut Freitag so unterschreiben. Unternehmensgründer Smethurst sagte einmal: „Wir verstehen Denkmal-Immobilien als Zeugnisse unserer Kultur, den Wechselwirkungen von Wirtschaft und Politik und über allem der Kunst. Aus diesem Grund arbeiten wir detailverliebt und visionär, unermüdlich und am Puls der Zeit, konzentriert und erfolgreich.“

Letzte Änderung am Dienstag, 25 September 2018 22:12
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