Login

Performance Vertraulich

Freigegeben in Finanzen

Cashback und E-Commerce treffen auf strategisches Sportsponsoring

Cengiz Ehliz und weeCONOMY AG nutzen Sportevents intelligent zur Markenexpansion

Dienstag, 29 August 2017 20:52 geschrieben von 
Cengiz Ehliz und Wladimir Klitschko Cengiz Ehliz und Wladimir Klitschko Quelle: WeeCONOMY AG

Bad Tölz/Kreuzlingen - Mit seiner weeCONOMY AG mischt Cengiz Ehliz unter dem Motto „Geld statt Punkte“ den boomenden Markt der Cashback-Systeme auf. Das Cashback- und E-Commerce-Unternehmen sorgt mit seinem neuartigen „Geld zurück“-System dafür, dass Kunden ihre erworbenen Rabattpunkte nicht mehr für weitere Einkäufe verwenden müssen, sondern sich den Geldbetrag auch auf ihrem Konto gutschreiben lassen können. Als Bonus gibt es keine Punkte wie bei Payback oder dem Lufthansa-Programm „Miles & More“, sondern bares Geld.

Unter dem Markennamen „wee“ sollen die Vorzüge des Online-Einkaufs mit dem Shoppen im klassischen Einzelhandel verbunden werden. Bei den Einkäufen sammelt man in den weeCONOMY-Partnergeschäften entweder mit einer Bonuskarte (weeCARD) oder einer Smartphone-App (weeAPP) sogenannte „wee“, die man sich anschließend auszahlen oder mit dem nächsten Einkauf verrechnen lassen kann. Ein „wee“ entspricht einem Euro. Auch beim Shoppen im großen Online-Portal wee.com werden „wee“ gesammelt, die sich der Kunde auf sein Girokonto auszahlen lässt oder aber bei Partnergeschäften vor Ort ausgibt. Weltweit sollen schon mehr als 10.000 Händler Teil der „wee“-Gemeinschaft sein. Diese Händler legen auch fest, wie hoch die gewährten Prozente sind.

Das weeCONOMY-Prinzip stützt sich neben dem Online-Handel vor allem auf den stationären Einzelhandel und das Dienstleistungsgewerbe. Durch die Verlagerung vieler Einkäufe ins Internet und die Kundenabwanderung zu großen Ketten sieht sich der traditionelle Einzelhandel vielerorts in seiner Existenz bedroht. Da ist es hilfreich, dass die online gesammelten „wee“ nur im lokalen Handel bei Partnergeschäften einzulösen sind oder eben direkt an den Kunden ausgezahlt werden. Um die örtliche Wirtschaft und die Bindung an die Region zu fördern, unterstützt die weeCONOMY AG gleich mehrere Sportvereine in Oberbayern, wo der 46-jährige Unternehmensgründer und Mehrheitsaktionär Cengiz Ehliz lebt.

Erst vor wenigen Tagen berichtete die „Süddeutsche Zeitung“, dass die Spielvereinigung Unterhaching bei der Suche nach einem neuen Hauptsponsor erfolgversprechende Gespräche mit der weeCONOMY AG führt. Die Verhandlungen sind so weit gediehen, dass sich der Fußball-Drittligist vom Stadtrat schon die Zustimmung für die Umbenennung des Stadions in „Wee-Arena am Sportpark“ einholte. Unterhachings Klubpräsident Manfred Schwabl schwärmte regelrecht von seinem potenziellen Geldgeber: „Wir führen gute Gespräche mit sympathischen Geschäftsleuten. Die Wellenlänge passt. Alles Weitere wird man in den nächsten zwei bis drei Wochen sehen.“ Schwabl sagte, dass die Firma großen Wert darauf lege, im Falle einer Einigung die Namensrechte am Stadion zu übernehmen. Das erachten mit Ausnahme der Grünen alle Parteien im Gemeinderat als eine Selbstverständlichkeit und haben deshalb dem Namen „Wee-Arena am Sportpark“ zugestimmt.

Für Sportsponsor Ehliz ist das alles kein Neuland. In seiner früheren Heimatgemeinde gibt es bereits die „Wee-Arena Bad Tölz“, in der die Tölzer Löwen in der Eishockey-Saison 2017/18 aufspielen. Im Mai dieses Jahres war bekannt geworden, dass das Cashback- und E-Commerce-Unternehmen bei dem Verein mit einem unteren sechsstelligen Betrag als Sponsor einsteigt. So konnten die Löwen ihren Etat auf mehr als eine Million Euro erhöhen und die Lizenz-Anforderungen für die zweithöchste deutsche Eishockey-Liga (DEL II) erfüllen. Löwen-Geschäftsführer Christian Donbeck war voll des Lobes: „Ohne die Zusammenarbeit mit unserem Wunschpartner hätten wir keine Chance auf die DEL II-Lizenz. Wir – damit meine ich den Vorstand, unsere etablierten Sponsoren, die ganzen ehrenamtlichen Helfer, mein Office, unsere neuen Coaches und die Profis der weeCONOMY – haben alles dafür getan, die Lizenzunterlagen umfänglich und fristgerecht fertig zu machen. Ich bin mir sicher, dass wir in der DEL II die ein oder andere Duftmarke setzen werden.“

„Wee“-Gründer Ehliz betonte im Mai: „Wir bringen keine Geschenke, sondern ein faires Angebot zur erfolgreichen Zusammenarbeit, das auf Nachhaltigkeit angelegt ist.“ Die Region, in die er sich als Sportsponsor einbringe, solle zu einer weiteren Pilotregion seines Unternehmens werden. „Wir haben“, so Ehliz, „über einen Zeitraum von einem Jahr ein halbes Dutzend vergleichbare Regionen in Deutschland, Tschechien, Österreich und der Schweiz detailliert analysiert. Die Wirtschaftdaten mit den Parametern Kaufkraft, Zusatzpotenzial durch Touristen, aber auch Lebensqualität, Bandbreite des stationären Einzelhandels, Innovationsfreudigkeit und sportlicher Leuchtturm mit Spitzen- und Breitensport gleichermaßen, sprechen eindeutig für Bad Tölz, worüber ich sehr glücklich bin.“

Langfristig will weeCONOMY in der Bad Tölzer Region das „Mobile Payment“ testen und einführen, um die komplette Wertschöpfungskette rund um das Produkt zu erschließen.Am 29. Mai 2017 wurde das Cashback-System „wee“ mit fast 50 einheimischen Einzelhändlern in Bad Tölz offiziell eingeführt. Jeder von ihnen verteilte an seine Kunden 500 kostenlose weeCARDs, die mit je fünf Euro aufgeladen waren. „So profitiert der im System angeschlossene Handel von einem zusätzlichen Umsatz in der Größenordnung von bis zu 125.000 Euro“, hieß es seitens des im Schweizer Kreuzlingen ansässigen Unternehmens. Auch der Ticketverkauf und der Verzehr in der „Wee-Arena Bad Tölz“ sowie der Merchandise-Einkauf sollen über die weeCARD bzw. die weeAPP erfolgen.

Einer der sportlichen Leistungsträger der Tölzer Löwen war vor seinem Vereinswechsel übrigens Yasin Ehliz, der Neffe des Unternehmensgründers. Auch deshalb wurde der Yasin-Ehliz-Cup gestiftet, um den zuletzt am 4. und 5. März 2017 in Bad Tölz sportlich gerungen wurde.

Unter dem Dach der weeCHARITY for Kids e.V. werden weitere Sportprojekte gefördert, die Kindern aus sozialen Brennpunkten neue Perspektiven eröffnen sollen. Unter dem Motto „weeCHARITY Kids Streetwork: Fairplay Boxen“ wird beispielsweise ein pädagogisch begleitetes Box-Training angeboten, das Jugendlichen mehr Selbstbewusstsein geben soll. Das ehrgeizige Ziel ist, dass einmal zehn Prozent der im E-Commerce von wee.com erzielten Umsätze als freiwillige Kundenspenden in die globalen Charity-Projekte des Unternehmens fließen.

Letzte Änderung am Dienstag, 29 August 2017 20:58
Artikel bewerten
(8 Stimmen)
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten