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Bertelsmann-Stiftung äußert Kritik

Betreuungsschlüssel bei Kitas noch immer nicht zufriedenstellend

Dienstag, 25 August 2015 04:03 geschrieben von 
Kindergarten Kindergarten Quelle: PIXABAY.COM

Berlin - Die Entwicklung in den deutschen Kitas ist weiterhin problematisch. Es gibt immer noch zu wenig Personal, um eine angemessene Betreuung gewährleisten zu können. Die Bertelsmann-Stiftung hat nun eine Studie vorgestellt, der zufolge im Jahr 2014 auf eine Vollzeitkraft 4,4 Krippenkinder in der Ganztagsbetreuung und 9,5 Kindergartenkinder kamen. Der Betreuungsschlüssel ist eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale.

Seit dem 1. August 2013 gilt für jedes Kind ab dem vollendeten ersten Lebensjahr ein Rechtsanspruch auf einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz. Dazu sagte jüngst Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD): „Eltern wünschen sich die bestmögliche Betreuung und Bildung für ihre Kinder.“ Gemeinsam mit den Kommunen, den Ländern und Trägern sei es ihr Ziel, die Qualität zu verbessern und den Ausbau fortzusetzen.

Der Bertelsmann-Stiftung zufolge müsse mindestens ein Betreuungsschlüssel von drei Krippenkindern und 7,5 Kindergartenkindern pro Erzieher erzielt werden. Das Vorstandsmitglied der Stiftung, Jörg Dräger sagte dazu: „Die Personalschlüssel sind längst noch nicht überall kindgerecht und pädagogisch sinnvoll, aber der Trend ist positiv.“ Die Werte variieren deutlich zwischen den einzelnen Bundesländern. Während Baden-Württemberg mit einem Betreuungsschlüssel von 3,1 bzw. 7,7 pro Betreuer schon ganz gute Werte aufweist, bildet Hamburg mit 5,1 im Krippenbereich weiterhin das Schlusslicht.

Auch zwischen den östlichen und westlichen Bundesländern ist ein starkes Gefälle zu vermerken. So liegt der Wert im Osten bei 1 zu 6,1, während er in den westlichen Bundesländern bei 1 zu 3,6 liegt. Auch in den Kindergartengruppen ist der Personalschlüssel im Westen mit 1 zu 8,9 deutlich besser als im Osten mit 1 zu 12,4. Allerdings gehen im Osten mit 46,6 Prozent erheblich mehr Kinder unter drei Jahren in Kitas als im Westen (22,7 Prozent).

Auch auf die Fachkräfte selbst und deren Gesundheit wirken sich die aktuellen Schlüssel nachteilig aus. Ein beträchtlicher Teil der Arbeitszeit wird von Elterngesprächen, Dokumentation und Fortbildungen beansprucht. Dräger regte in diesem Zusammenhang ein Aktivwerden der Bundesregierung an: „Angesichts der konstant hohen Unterschiede zwischen den Bundesländern werden bundeseinheitliche Qualitätsstandards für Kindertagesbetreuung immer drängender.“

Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ergibt nur Sinn, wenn die Qualität der Kita-Betreuung auch ausreichend ist. Dies ist aber offenbar in weiten Teilen unseres Landes nicht der Fall, weil die Betreuer schlichtweg überlastet sind.

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