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Wie Online-Shopping und stationärer Einzelhandel verzahnt werden

WeeCONOMY AG: Cengiz Ehliz‘ Bezahlsystem „wee“ hat Geld-zurück-Option

Mittwoch, 11 Juli 2018 17:31 geschrieben von 
„Wee“-Gründer Cengiz Ehliz bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz 2017 „Wee“-Gründer Cengiz Ehliz bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz 2017

Kreuzlingen – Vor genau einem Jahr zog Cengiz Ehliz, der Gründer und Mehrheitsaktionär der weeCONOMY AG, eine durchweg positive Geschäftsbilanz für das erste Halbjahr 2017. Dabei erläuterte er die ehrgeizigen Pläne für die Marktexpansion seines innovativen Cashback-Systems, das unter dem Markennamen „wee“ die Vorteile des Online-Einkaufs mit dem Shopping-Erlebnis im stationären Einzelhandel verbindet. Zur Gewinnung neuer Akzeptanzstellen für sein Projekt setzt der Box- und Eishockey-Anhänger auch auf Sportsponsoring. „Wie schaffen es unsere Vertriebspartner möglichst viele Einzelhändler zu überzeugen und für ‚wee‘ zu gewinnen?“, fragte er vor einem Jahr. „Die Polen haben hier ein Call-Center-Konzept erfolgreich getestet, das jetzt als Dienstleistungszentrum den anderen Marktteilnehmern europaweit zur Verfügung steht. Oder zum Beispiel Bad Tölz: Hier haben wir ein Hauptsponsorship mit dem DEL2-Aufsteiger Tölzer Löwen abgeschlossen und uns weitergehend die Namensrechte an der Arena gesichert.“ Ehliz führte weiter aus: „Dieses Engagement mit dem führenden Sportclub vernetzen wir mit dem regionalen Einzelhandel. Damit verbunden steht das Ziel des Mobile Payment, im Nukleus die weeArena in Bad Tölz. Diese Arena werden wir schrittweise technisch und organisatorisch auf ‚bargeldlos‘ umrüsten und hierbei ein gut siebenstelliges Invest tätigen.“ Ziel sei die Einführung eines reibungslos funktionierenden Bezahlsystems in der weeArena, die mit dem regionalen Einzelhandel und allen Einzelhandelskunden verzahnt sei. Der Tölzer Eishockey-Fan erschoppe sich den kostenlosen Eintritt zum Bundesliga-Eishockey gewissermaßen durch seine Treue beim Einkauf im örtlichen Einzelhandel, so Cengiz Ehliz.

Was für Außenstehende noch etwas kryptisch klingt, ist schnell erklärt und in der Praxis kinderleicht. Beim Mobil-Payment-System der im schweizerischen Kreuzlingen ansässigen weeCONOMY AG geht es nicht wie bei anderen Bezahlsystemen bloß um das Sammeln von Rabatten, sondern um eine Geld-zurück-Option für das eigene Konto. Per Einkauf mit der weeCard oder weeApp beim örtlichen Händler sowie beim Online-Shoppen im Portal wee.com sammelt der Kunde seine „wee“-Punkte, von denen einer einem Euro entspricht. Unter den bei wee.com angeschlossenen 1.000 Online-Shops finden sich auch Discounter wie Lidl und Saturn, der Pay-TV-Anbieter Sky und die Reise-Portale Ab-in-den-Urlaub.de, Hotel.de und fluege.de. Nutzer der weeCard erhalten hier Rabatte von bis zu 10 Prozent, die als „wee“ gutgeschrieben werden.

So profitieren die Konsumenten online und offline von ordentlichen Rabatten und der vielerorts schwächelnde Einzelhandel von unerwarteten Umsatzimpulsen. Besonders reizvoll ist für die integrierten Bäcker, Metzger oder Boutique-Betreiber, dass sie über die weeApp ein eigenes E-Business mit kontinuierlichen Promotions kreiert bekommen und so zusätzliche Kunden gewinnen. Ein konkretes Beispiel: Für einen bestimmten Friseur ist der Montagnachmittag die umsatzschwächste Zeit der ganzen Woche. Zur Belebung des Geschäfts platziert er bei „wee“ eine kostenlose Online-Werbeaktion, die im Umkreis vielleicht 2.000 Konsumenten erreicht, denen er für diese Zeit einen Zehn-Prozent-Rabatt fürs Haareschneiden anbietet. Würde er hierfür kostenaufwendig in gängige Werbung investieren, wäre eine Rendite mehr als fraglich. Für die Werbung sorgt aber schon das E-Commerce-Unternehmen aus der Schweiz: Im Frühjahr 2017 hat es seinen TV-Spot „Geld statt Punkte sammeln“ 29.000-mal in reichweitenstarken Fernseh-Sendern in neun europäischen Ländern geschaltet.Bei den Händlern kann sich der Kunde in ein Display oder Tablet einloggen, damit die Frontkamera den QR-Code einliest, der in der weeCard oder weeApp gespeichert ist. Die Kundenrabatte summieren sich als „wee“ und können beim Einkauf vor Ort verrechnet oder direkt auf das Girokonto des Konsumenten überwiesen werden.

Seit der Vorstellung des Halbjahresberichtes 2017 durch Cengiz Ehliz ist die „wee“-Community noch deutlich gewachsen und inzwischen in 18 Ländern vertreten. Mit über 15.000 Akzeptanzstellen on- und offline ist das Unternehmen einer der erfolgreichsten Cashback-Anbieter Europas. Im Oktober letzten Jahres teilte es mit: „Mit der Gesamtstrategie liegt die weeCONOMY AG im Zeitplan: 100 europäische Städte und Regionen wie das Oberland mit Bad Tölz werden derzeit erschlossen. Das führt zu rund 15.000 zusätzlichen Einzelhändlern und über 10 Millionen neuen ‚wee‘-Nutzern.“

Cengiz Ehliz will mit seinem Bonus-System das bargeldlose Zahlen revolutionieren. Bedenken lässt der 47-Jährige nicht gelten: „Vor 40 Jahren, als die ersten Kreditkarten bei uns eingeführt wurden, hat die Mehrheit der Bevölkerung, die Politik und die Wirtschaft dies als aberwitzig tituliert. Heute ist das Online-Shopping durchweg normal. Wobei sich hier das Konsumentenverhalten stark verändert. Vor zwei Jahren erfolgten nur acht Prozent der Online-Einkäufe mit dem Smartphone, heute sind es bereits 14 Prozent. China, Japan und die USA befeuern diesen weltweiten Trend. Paypal oder vergleichbare Anbieter sind mit 41 Prozent die beliebteste Bezahlmethode, gefolgt von der Kreditkarte mit 31 Prozent.“ Der gebürtige Bad Tölzer mit türkischen Wurzeln betont: „Meine Vision ist es, dass der Verbraucher weltweit nur noch eine Plastikkarte in seiner Geldbörse trägt und damit bezahlt. Einzige Alternative – mit der App im Smartphone einkaufen. Und natürlich sollten das die weeCard und die weeApp sein. Denn damit lässt sich gleichermaßen Geld sparen und verdienen.“

Beim Stichwort „Geld“ kommt die Frage auf, wie das ambitionierte „wee“-Projekt überhaupt finanziert wird? Das Startkapital für den Organisationsaufbau und eine vieljährige technologische Entwicklungsarbeit hat Ehliz nach eigenem Bekunden über „Family & Friends“ gestemmt und selbst eine beträchtliche Investitionssumme beigesteuert. Heute bestehen die Einnahmequellen der weeCONOMY AG größtenteils aus den siebenstelligen Lizenzgebühren der unterschiedlichen Länder mit „wee“-Präsenz. „Parallel arbeiten wir unter Hochdruck an Kapitalmarkt-Aktivitäten. Auch hier ist alles im grünen Bereich, Strategie und Inhalte mittelfristig kommunizierbar“, versichert Ehliz.

Der neueste Clou des E-Commerce-Profis ist die Schöpfung einer neuen Digitalwährung. In Zusammenarbeit mit der Luxemburger COOINX S.A. will er auf diesem Wege den weltweiten Transaktionsfluss beim Online-Shopping optimieren.

Letzte Änderung am Donnerstag, 12 Juli 2018 17:40
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