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Blockchain-basierte Plattform für Katalogisierung von Kunstwerken

4ARTechnologies Group: Nikolas Kipouros will Kunstmarkt fälschungssicherer und transparenter machen

Dienstag, 10 Juli 2018 19:17 geschrieben von 
4ARTechnologies 4ARTechnologies

Hünenberg - Zu Beginn des letzten Jahres rechneten Experten noch mit einem Schrumpfen des globalen Kunstmarktes. Selbst der Marktbericht der „Art Basel“ als wichtigster Kunstmesse der Welt zeichnete ein negatives Bild der Entwicklung. Nach einem Rekordhoch 2014 seien die weltweiten Kunstmarkt-Umsätze um 17 Prozent auf 56,6 Milliarden Dollar im Jahr 2016 gefallen. Die Verunsicherung unter Kunstverkäufern und -käufern war so groß, dass schon schaurig-pathetisch von einer „Götterdämmerung“ im Kunsthandel gesprochen wurde.

Doch bereits Mitte 2017 meldeten die großen Auktionshäuser Christie‘s und Sotheby‘s wieder ein kräftiges Wachstum. So konnte Sotheby‘s im Mai in New York das Gemälde „Untitled“ des New Yorker Künstlers Jean-Michel Basquiat für etwa 110 Millionen Dollar versteigern, was bis dahin der Auktionsrekord des Jahres 2017 war. Im ersten Halbjahr 2017 setzte Sotheby’s mit seinen Auktionszentren in New York, London, Genf, Paris und Hongkong rund 2,5 Milliarden Dollar um. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von acht Prozent. Europa-Chef Philipp Herzog von Württemberg sagte voller Zufriedenheit: „Ein klares Indiz, dass das Vertrauen in den Markt anhält und wächst. Wir erwarten also positiv gestimmt die zweite Hälfte des Jahres.“ Beim traditionsreichsten Auktionshaus der Welt, das 1766 von James Christie in London gegründet wurde, stiegen die Auktionsverkäufe in den ersten sechs Monaten 2017 sogar um 14 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar. „In schlechten Zeiten liefern die Leute nicht ein“, betonte eine Christie’s-Sprecherin. Deshalb könnten die Zeiten im Kunstmarkt auch gar nicht so schlecht sein wie von manchen behauptet werde. Die deutschen Auktionshäuser profitieren nach eigenen Angaben von einem kauffreudigen Mittelstand und einer sehr großen Sammlerszene.

Hans Neuendorf vom Internetdienstleister Artnet, der weltweit Auktionspreise analysiert, hegt ein Grundmisstrauen gegen Indizes und Marktberichte aus der Kunstwelt: „Den Kunstmarkt kann man nicht messen. Ihn in ein Korsett pressen zu wollen, das normalen marktwirtschaftlichen Regeln folgt und empirisch nachweisbar ist – vergessen Sie es.“ Nach Schätzungen machen Galerien etwa 50 Prozent des Marktumsatzes aus. Offizielle Umsatzstatistiken gibt es aber nicht, weil Galerien, Künstler und Sammler die Transaktionen in der Regel sehr diskret abwickeln. „Das größte Geheimnis ist, wie die Preise wirklich sind“, sagt Neuendorf, der die kursierenden Millionenbeträge nur für die „spekulative Spitze eines Teils des Kunstmarkts“ hält.

Diese Unsicherheiten und Undurchsichtigkeiten könnten bald schon der Vergangenheit angehören, wenn ein neues digitales Zeitalter des Kunstmarktes anbricht. Die Hoffnungen ruhen dabei auf einer bestimmten Blockchain-basierten Plattform für mehr Transparenz durch Katalogisierung der Kunstwerke. Das von der 4ARTechnologies Group unter ihrem Gründer Nikolas Kipouros initiierte Projekt sorgt nicht nur für eine umfassende Marktübersicht und bessere Preisvergleichsmöglichkeiten, sondern minimiert auch die Gefahr, Fälschungen anzubieten und zu verkaufen. Die dafür eigens entwickelte Software ist laut 4ARTechnologies in der Lage, „den einzigartigen digitalen Fingerabdruck eines Kunstwerks zu scannen und zu vergleichen, indem die feinsten strukturellen Details erfasst werden. Sobald dieser Fingerabdruck auf der Blockchain gespeichert ist, ist das Kunstwerk fälschungssicher: Diese leistungsstarke Software erkennt selbst die raffiniertesten Fälschungen.“

Künstlern, Sammlern, Galeristen und Kunsthistorikern wird mit der von 4ARTechnologies aufgebauten Blockchain ein nützliches Werkzeug in die Hand gegeben. Käufer können sich von der Echtheit der angebotenen Arbeiten überzeugen, Versicherer und Logistikunternehmen bekommen in kürzester Zeit einen Zustandsbericht der Kunstwerke, Künstler können ihre Werke unkompliziert zum Verkauf anbieten und für Museen bieten sich neuartige Möglichkeiten der Katalogerweiterung. Dabei bedarf es zur Anwendung dieser innovativen Technik nur eines gewöhnlichen Smartphones.

Basierend auf den 39 Millionen Verkaufsgeschäften im Kunstmarkt 2017 und einer Annahme von nur 6,1 Millionen Abschlüssen pro Jahr plant die 4ARTechnologies Group den Markt der Kunsttransaktionen zu erschließen. Die im schweizerischen Hünenberg ansässige 4ARTechnologies Holding AG hat eine Blockchain-gestützte Katalogisierungs- und Transaktionsplattform für mehr Transparenz, Sicherheit und Prozesseffizienz geschaffen. Kernelement ist eine patentierte „Augmented Authentication“-Technologie, die von der Atlantic Zeiser GmbH zur Verfügung gestellt wird. Durch die Möglichkeit, den „Fingerabdruck“ eines Kunstwerks auf der Blockchain zusammen mit allen wichtigen Informationen zur Geschichte und Herkunft zu protokollieren, werden registrierte Kunstwerke wesentlich fälschungssicherer. Diese „first-of-its-kind“-Lösung, die nichts anderes als ein Standard-Smartphone erfordert, bekämpft nicht nur das Problem des Kunstbetrugs, sondern zeigt allen Akteuren der Kunstbranche relevante Anwendungsfälle.

Über eine selbstgeschaffene Kryptowährung namens 4ART Token können zukünftig sämtliche Kunstgeschäfte abgewickelt werden. Die Ausgabe der 4ART Coins wird durch einen Smart-Contract geregelt, der auf der Ethereum-Blockchain implementiert wird. Der Preis des 4ART Coins beträgt 0,08 Euro für den geschlossenen Gruppenverkauf, 0,10 Euro für Phase eins des Pre-ICOs, 0,20 Euro für Phase zwei des Pre-ICOs und 0,30 Euro für die ICO-Phase. Für Anleger in der geschlossenen Gruppe gilt eine Sperrfrist, wonach sie ihre 4ART Coins für sechs Monate nach dem ICO halten müssen.

Plattform-Initiator Niko Kipouros ist seit über 20 Jahren ein leidenschaftlicher Sammler und professioneller Kunstvermittler. Deshalb war ihm sehr daran gelegen, eine digitale Lösung für das Fälschungsproblem zu finden. Der Kunstfreund sagte: „Kunst ist für einige von uns eine Leidenschaft, eine Berufung. Für andere ist es eine Investition, eine Bereicherung, ein begehrtes Gut. Kunst ist nicht ‚entweder oder‘. Es sind all diese Dinge auf einmal – und doch so vieles mehr. Egal, was es für jeden Einzelnen von uns bedeutet: Wir sind uns in unserem Bestreben einig, eines unserer wichtigsten Kulturgüter für die kommenden Generationen erhalten zu wollen.“ Der Kunstexperte ist von seinem Projekt zutiefst überzeugt. Bevor im März 2019 der offizielle Europa-Start ist, wird noch an der Smartphone-App gefeilt und weiteres Investitionskapital eingesammelt.

Letzte Änderung am Dienstag, 10 Juli 2018 19:28
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